Amtsfischerei wird Dialektschmiede

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Die Alte Amtsfischerei in Pockau-Lengefeld ist ein Kleinod der regionalen Kulturgeschichte. Das Haus ist Domizil des hiesigen Erzgebirgszweigvereins. Foto: Christof Heyden

Unter dem Motto „Sommer, Urlaub und zur Wanderzeit!“ stand die dritte Auflage der Stammtischreihe der Mundart-Autoren des Erzgebirges.

Pockau-Lengefeld. An geschichtsträchtiger Stätte luden Mundartautoren des Erzgebirges zur Neuauflage ihrer Stammtisch-Runden ein. Die Alte Amtsfischerei in Pockau war am Freitagabend Treffpunkt eines am heimischen Zungenschlag interessierten Publikums. In launiger Runde stellten die Hobbykünstler ihre jüngsten schriftstellerischen Arbeiten zum Thema Sommer, Urlaub und Wanderzeit vor.

Allen voran sorgte Monika Tietze aus Crottendorf für inhaltsreiche Kost. Mit ihren launigen Beiträgen wusste sie beispielsweise die aktuelle Datenschutzgrundverordnung augenzwinkernd zum Thema zu machen. „Während es unterdessen für die private Ahnenforschung, das Kirchenarchiv oder das Standesamt seitenlange Erklärungen und Zuständigkeitserlaubnisse bedarf, auch Geburtstagsgrüße für betagte Mitbürger nicht mehr im Amtsblatt veröffentlich werden dürfen, wird via Internet längst jeder kleinste Pups ohne jegliches Nachfragen in die Öffentlichkeit gebracht,“ so ihr Unverständnis für die Überregulierung des Gesetzes.

Kein Platz blieb in der Amtsfischerei verwaist, volles Haus zum Mundart-Stammtisch. Foto: Christof Heyden

Auch Gutta Kestner und Bernd Richter aus Venusberg trugen ihre Liebeserklärungen für die Heimatregion vor, wie Matthias Fritzsch aus Zwickau in bewährter Manier Kostproben seiner Kindermund-Erlebnisse gab. Gottfried Pöhler aus Crandorf wusste erneut seine Begeisterung für den Mundartkünstler der Region, Anton Günther aus Gottesgab, in Gedicht- und Liedform zu bringen.
Rund 50 Einheimische wurden während der 90-minütigen Veranstaltung bestens unterhalten.