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Bergbauerlebnisse mit Blasmusik und Bratwurst 

Volksfeststimmung herrschte zum 18. Tag der Schauanlagen in Mittelsachsen. Mit einem facettenreichen Programm machten die Gastgeber der Bergbau- und Hüttenvereine den Gästen das Montanthema schmackhaft

Halsbrücke/Reinsberg. Frisch aufgespielt und deftig zubereitet – so schmeckte der 18. Tag der Schauanlagen der berg- und hüttenmännischen Vereine in Mittelsachsen initiiert von der Saxonia Stiftung Freiberg. Volksfeststimmung herrschte am Wochenende auch auf dem Gelände des Vereins VII. Lichtloch des Rothschönberger Stollnsystems in Halsbrücke. Untermalt von Blasmusik und bewirtet mit Kesselgulasch folgten Gäste der Einladung der Gastgeber um Andreas Benthin und Thurid Dittrich, den einst wichtigen Standort im Freiberger Bergbaurevier und seinem Wasserwirtschaftssystem in Augenschein zu nehmen.

Tag der Schauanlagen 2023: Jörg Schulz war im Schachthaus des VII. Lichtloch Halsbrücke mit seinen Bergbaumodellen steitig umringt. Foto: Christof Heyden

Jens Leidolph hatte als diensthabender Akteur an Amboss und Hammer das Feuer in der Bergschmiede entfacht und lud Besucher ein, mit ihm gemeinsam kleine Eisenstücke zu schmieden. Bergbautechnik- und Abbautechnologien komprimiert auf einen Blick waren en minature im Schachthaus zu erleben.

Hier wurde Jörg Schulz aus Weißenborn mit seinen einzigartigen Funktionsmodellen stetig umringt. Fasziniert verfolgten Vertreter aller Generationen das detailgetreue Geschehen in den verschiedenen dargestellten Abbauepochen.

Die vom Verein extra organisierte Sonderschau wurde genauso von Volker Heinrich bereichert. Der Freiberger stellte sein in einjähriger Bastelarbeit fertiggestelltes Kahnhebehaus vor. In dem bugsierten einst Bergleute die beladenen Erzkähne, die das Naturmaterial zu Verhüttung heranbrachten, aus der Freiberger Mulde hinauf in den Churprinz-Kanal. Seinerzeit eine Weltneuheit.    

Tag der Schauanlagen 2023: Jens Leidolph schürte das Schmiedefeuer in der Werkstatt des VII. Lichtloch Halsbrücke und lud zum Mit-Schmieden ein. Foto: Christof Heyden

Zu den noch heute drei von einst acht für den Bau des Rothschönberger Stolln geteuften Lichtlöchern, gehört auch das Schachthaus des Vereins IV. Lichtloch in Reinsberg. Frank Benndorf zählt zu den Gastgebern, die eine aus vielen Regionen stammende Publikumsschar durch den Gebäudekomplex mit saniertem Schacht und Radstube führte.

Staunen bei den Bergbaulaien, dass der komplexe Rothschönberger Stolln das Freiberger Bergbaurevier seit 145 Jahren entwässert. Bereits bei seiner Fertigstellung im Jahre 1877 galt er als eine technische Meisterleistung und ist einer der längsten in Funktion befindlichen Entwässerungsstolln der Welt.

Tag der Schauanlagen 2023: Volksfeststimmung mit Bratwurst und Blasmusik im Gelände des VII. Lichtloch Halsbrücke. Foto: Christof Heyden

Das Interesse galt ebenso den Ausstellungen mit bergmännischen Gezähe, Geleucht, Vermessungsinstrumente sowie geschnitzten Bergwerksmodellen. So mancher Gast verband den Besuch der beiden benachbarten Objekte mit einem Stopp in der Erzwäsche Halsbrücke

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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