Opas Flitzer umrunden Kriebstein

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Insgesamt 222 Biker nahmen an der 7. Kriebstein-Rallye teil. Kloster Buch war Zwischenstation der 120-Kilometer-Rundfahrt. Foto: Christof Heyden

Markantes Knattern erfüllte am Wochenende das Zschopau- und Muldental. Rund um die Burg Kriebstein zuckelten 222 legendäre PS-Rösser gutmütig über Haupt- und Nebenstraßen.

Kriebstein. Die mittelsächsische Region war erneut Schauplatz eines einzigartigen Stell-Dich-Eins von kraftstofffressenden Zwei – und Dreirädern der Technikgeschichte. Oldtimer-Modelle nahezu aller namhaften Fahrzeugschmieden, oft von der Patina der Zeitgeschichte belegt, nahmen einen 120-Kilometer-Rundkurs unter ihre Pneus. Da schnurrten Maschinen von Ardie, BMW und Norton bis Zündapp, wie legendäre Motorräder aus dem Hause Wanderer, NSU, Harley-Davidson und Schütthof heransausten. 

Zum 7. Mal startete die Kriebstein-Rallye für bereifte Vehikel, deren Mindestbaujahr vor 1939 zu liegen hatte. Organisationsleiter Michael Fuhse und das Team der Gastgeber des Vereins Oldtimer-Rallye Kriebstein e.V. hatten dabei zum zweiten Mal in der Veranstaltungsgeschichte die Fangemeinde der Biker in das Naherholungsgebiet Falkenhain eingeladen.

Hier wurden die Besitzer der rollenden Schmuckkästchen am Samstagvormittag im 30-Sekunden-Takt zur Ausfahrt verbschiedet. Bereits die Eröffnung ließ die Herzen von Fans im Takt der Motoren schlagen: Raritäten, wie ein nachgebauter Benz-Motowagen, zuckelten durchs Gelände, wie auch ein Reichspost-Motorradgepann. Mit einer 1914 gebauten New Hudson brachte Andreas Deuse aus Brandenburg das älteste Mobil auf den Kurs.

Ungezählte Camper aber auch Frühaufsteher verfolgten den Auftakt, Anwohner wechselten aus diesem Anlass zum Frühstück vor das Haus. Zur Freude des schaulustigen Publikums entlang der Strecke griffen zünftig gekleidete Lenker wohldosiert zum Gasgriff.

Klar, dass die betagten Modelle nicht mehr auf Höchst-Tempo bewegt werden. Gut präpariert, mussten einige Lenker indes doch die Defekthexe kennen lernen. Zu Tagesschluss wird Fahrleiter Michael Fuhse konstatieren, dass sieben Mobile ausgefallen sind und von den beiden vorsorglich bereitstehenden Abschleppern geborgen werden konnten.

Thomas Vorberger gehörte zu den umsichtigen gastgebenden Akteuren, die bereits 7 Uhr morgens auf Kurs waren. „Ich bin die Strecke noch einmal abgefahren, habe mich versichert, dass unsere Kennzeichen, ein Kreis bzw. Dreieck für die Links- bzw. Rechtsfahrt, angebracht geblieben sind.“

Der Gebäudekomplex von Klosterbuch war nach 40 Kilometern erste Auftankstation für die Lenker. Zur Rast wurden die Oldtimer auf dem Hof vor dem Kuhstallgebäude aufgebockt. Ein Mönchshofwässerchen mundete. Die dicken Rennjacken und Helme wurden zum Frischetanken abgelegt. Günter Schneider sollte schon bald kreislauftreibenden Schweißausbruch bekommen. Der Mann half mit, die betagten anlassstreikenden Rösser wieder anzuschieben.
Deren Nummernschilder verrieten die Heimatkreise: Von Berlin bis ins Vogtland, von Vorpommern mit Zwickau, und auch aus Baden-Württemberg und der Schweiz hatten sich Technikfreunde auf Reisen begeben.

„Ein gelungenes Treffen, die Reaktion der Teilnehmer ist sehr aufgeschlossen“, so Michael Fuhse. Der freute sich auch, dass das Mittagessen auf der Seeterrasse für die Fahrer und den Tross mit rund 300 Personen Dank der Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Kriebstein reibungslos organisiert werden konnte. Während die Maschinchen am Abend abkühlten, drehten die Akteure zur Partie noch einmal richtig auf.