Schmuck, praktisch und gehaltvoll

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Kunsthandwerkermarkt Augustusburg. Iris Hammer und Heinz Krappatsch wussten als Moritatensänger ein längst ausgestorbenes musisches Handwerk darzustellen. Schauergschichten wurden vorgestellt, Eigenheiten der Mitmenschen karikiert. Foto: Christof Heyden

In Ateliers und Küchen gefertigte handwerkliche Erzeugnisse wurden am Wochenende zum Kunsthandwerkermarkt im Schloss Augustusburg geboten.

Augustusburg. 70 schöpferisch kreative Zeitgenossen kredenzten Schmuck, Drechslerwaren, Textilien und Lederwaren genauso, wie filigrane Papierfaltarbeiten, wie designte Lampen aber auch Grafiken und Werke der Bildenden Kunst. Angesichts schweißtreibender Temperaturen gehörten erfrischende Naschereien zu gefragten Gaumenfreuden. Gerade der Wirtschaftshof wurde zur Erlebnisfläche, hier boten Mundschänke und Köche unterschiedlichste Geschmackserlebnisse.

Die Palette der Angebote reichte von Anhängern aus der Kreativschmiede über Brotaufstriche der Genuss-Manufaktur und Leder-Treter aus der Schuhschneiderei bis hin zu zwei Jahre gereiften Wander- und Ziegenkäse. Wildschwein am Spieß lockte, wie Honigvariationen oder Südtiroler Schinkenfreuden.

Umringt etwa der Stand von Andrea Heese-Wagner aus Erfurt, die das Handwerk der Teddyherstellung wie vor 100 Jahren pflegt und Unikate für die gute Stube fertigt. Magdalena Teubert aus Leipzig wusste Naschkatzen an ihrem Stand. Die offerierte beispielsweise aus Gartenfrüchten und -obst hergestellte Marmelade.

70 Handwerker und Künstler nahmen Schloss Augustusburg in Besitz. Foto: Christof Heyden

Verführerische Düfte stiegen an den Auslagen von Julia Heinze und ihrer Wanne.gut-Seifenmanufaktur. 40 verschiedene Varianten hatte die Erxlebenerin mitgebracht, dazu selbst kreierte Hautcremes. Natürliche Pflanzen-Schönheit verkaufte Ulrike Schreiter aus Striegisthal. Die Floristin führt die seit 77 Jahren bestehende Familiengärtnerei fort und besucht in Direktvermarktung die Handwerkermärkte.

Der in Jena beheimatete Spanier Yué Torres wagte den Versuch, im Land der Engel- und Lichterfiguren den Erzgebirgern seine raffinierten Lampen- und Teelichterbehältnisse schmackhaft zu machen.
Die besondere, fast ausgestorbene Spezies der Moritatensänger vertreten Iris Hammer und Heinz Krappatsch. Mit ihren Drehorgeln und Moritatentafeln aus Zeitz kommend, wussten sie den amüsierten Besuchern lehrreiche Weisen vorzutragen. „Alles wegen der Leut“ hieß eines ihrer treffenden Liedchen.

Angesicht der Vielfalt der Angebote am Aktionswochenende zeigte sich Mario Schuster von der organisierenden Agentur Markt-Wert mit der Besucherresonanz nicht unzufrieden. Die Augustusburg würde zu den reizvollsten Kulissen der Veranstaltungsserie gehören.