Dampflok bedarf der finanziellen Kohle

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Das bewährte Schmuckstück der 50er Baureihe muss zum Eisenbahn-TÜV, nur so wird eine weitere Betriebszeit ermöglicht. Foto: SEM/Johnny Ullmann

Ein ehrgeiziges Vorhaben müssen die Mitglieder des Sächsischen Eisenbahnmuseums Chemnitz-Hilbersdorf stemmen: Für ein Schmuckstück der Eisenbahngeschichte steht die obligatorische Hauptuntersuchung an. Die Maschine 50 3648 muss zur Hauptuntersuchung. Nur so bliebt das Stahlross betriebsfähig.

Chemnitz. Am 02. November 2023 verliert das Fahrzeug der Eisenbahngeschichte seine Zulassung. Nur mit neuer Hauptuntersuchung kann die Betriebszeit für weitere acht Jahre im Museumseinsatz verlängert werden.
Indes: eine solche, der dem Auto gleichenden TÜV-Kontrolle, ist arbeits- und zeit-, vor allem aber kostenintensiv. Daher bitten die Eisenbahnfreunde die Öffentlichkeit um Unterstützung und rufen zu einer Spendenaktion heraus.

Für die anstehende Hauptuntersuchung wird mit Kosten in Höhe von 650.000 € gerechnet. Die Hauptuntersuchung einer Lokomotive ist gesetzlich vorgeschrieben und soll die Betriebssicherheit des Fahrzeugs garantieren.

Die Lokomotive wurde 1941 unter der Fabriknummer 2332 und mit der Betriebsnummer 50 967 bei der Friedrich Krupp AG in Essen gebaut. Bei der Baureihe 50 handelt es sich um eine Güterzuglokomotive, die aber auch vor Personenzügen zum Einsatz kam. Die Baureihe wurde im Zeitraum von 1939 – 1943 in über 3200 Exemplaren in allen deutschen Lokomotivbaufabriken gefertigt. Die Loks der 50er Reihe wurden in und um Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) die wichtigsten Maschinen in der Zugförderung. Befahren wurden von Chemnitz aus vorwiegend die Strecken ins Erzgebirge und das Muldental.

Die Loks der Baureihen 5035 und 86 ersetzen für einige Jahre die Dieseltraktion auf den zahlreichen regionalen Strecken. Aus dieser Tatsache heraus und der Tradition verpflichtet, bemühte sich der Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum e. V. am Schauplatz Eisenbahn, diese regional typische Lokomotive betriebsfähig zu erhalten.

1996 ergab sich die Möglichkeit mit 50 3648 eine Maschine für den Museumsverkehr zu erwerben und herzurichten. Viele unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit flossen damals in die Aufarbeitung.
Überall erfreut sich die Lok gemeinsam mit dem Wagenzug größter Beliebtheit. Sie ist damit nicht nur zu einem wichtigen Bestandteil des Vereins, sondern im Rahmen von Führerstandsmitfahrten zu einer Attraktion am Schauplatz Eisenbahn geworden.
Seitdem ist die Lok zur Freude vieler Eisenbahnfreunde häufig in Sachsen und Ostdeutschland unterwegs. Allein im Dezember fuhr die über „80-jährige Dame“ problemlos drei ausverkaufte Licht’lfahrten zu den Bergparaden der Region. Auch für 2023 ist bereits ein umfangreiches Programm geplant.

Nach Hauptuntersuchungen 2001 und 2015 laufen die Betriebsfristen der Lokomotive 2023 leider erneut ab. Es steht eine kostenintensive Instandsetzung an, die allein durch den Verein nicht vollständig getragen werden kann. Deshalb ist man auf Spenden angewiesen.
Seit Januar 2023 läuft nun die Spendenaktion „Teilepatenschaft“ an. Jeder Spender kann die Patenschaft für die Aufarbeitung eines bestimmten Bauteiles übernehmen.

Informationen dazu finden sich der Website: https://www.sem-chemnitz.de/teilepatenschaft
Spendenkonto Sächsisches Eisenbahnmuseum e.V. Sparkasse Chemnitz IBAN: DE63 8705 0000 4000 5036 48; Verwendungszweck: HU 50 364