Kunsthandwerker wollen Region und Markenname Erzgebirge stärken

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Ein Kunsthandwerker hat sich in seiner Reifendreh-Werkstatt im Erzgebirge en miniature dargestellt. Dieses Exponat ghört zu einer einzigartigen Sammlung von Berufen im Erzgebirge im Depot Pohl-Ströher Gelenau zusammen getragen. Archivfoto: Christof Heyden

Der Verband der Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller hat einen neuer Vorstand gewählt und widmet sich mit ganzer Kraft einer ehrgeizigen Standortkampagne.

Olbernhau. Stühlerücken im Verband der Erzgebirgischen Kunsthandwerker: Matthias Schalling ist zum neuen Verbandsvorsitzenden gewählt worden. Er übernimmt das Amt von Mike Glöckner, der seit 2007 Verbandsvorsitzender war. Neu in der Vorstandsrunde sind auch Celine Lubojanski und Torsten Unger, die zusammen mit Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann die Geschicke des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. mit Sitz in Olbernhau lenken werden.

Mit Matthias Schalling tritt ein gestandener Kunsthandwerker in die Tätigkeit ein. Als Inhaber der Emil A. Schalling KG in Seiffen führt der 54-Jährige die von seinem Urgroßvater Emil 1904 gründete Firma fort. Er kann auf 27-jährige Berufserfahrung in der Holzkunstbranche verweisen. Seine Ziele: „Als neuer Verbandsvorsitzender möchte ich mich dafür einsetzen, dass der Markenbegriff ‚Erzgebirge‘ weiterhin einen guten Klang hat. Dort wo Erzgebirge draufsteht, soll auch Erzgebirge drin sein.“

Als Sprecher des Fachhandelsrings Erzgebirgische Volkskunst und Inhaber der Volkskunstwerkstatt Unger in Steinberg/Rothenkirchen schlägt Torsten Unger (48) die Brücke zwischen Herstellern und Handel. Er sagt: „Ob Jeansmarke oder Erzgebirgische Volkskunst – die Macht der Marke fesselt uns. Gemeinsam muss es Handel und Herstellern gelingen, die Menschen für unsere Produkte zu begeistern. Dafür möchte ich mich stark machen.“ 

Celine Lubojanski (19) übernahm in diesem Jahr die väterliche Firma in Neukirchen mit Produktionsbetrieb und Fachgeschäft „Holzkunst am Stern.“ „Als junges Vorstandsmitglied möchte ich die Stimme der jüngeren Generation vertreten und mich vor allem bei Fragen einbringen, bei denen eine junge Sichtweise wertvoll ist“, sagt die Unternehmerin.

Zur vielgestaltigen Sammlung erzgebirgischen Kunsthandwerks Pohl-Ströher zählen auch Handwerksberufe en miniature. Der Reifendreher gehört dazu. Archivfoto: Christof Heyden

Jetzt richtet sich die Kraft der Mitglieder auf eine in dieser Form noch nie initiierte verbands- und interessenübergreifende Kampagne. Einigkeit, dass gerade im Zuge des im Sommer 2019 verliehenen Titels UNESCO-Welterbe für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří eine große Chance besteht, Namen und Marke erfolgreich weiter zu verbreiten.
Der Verband will verstärkt für Holzkunst-Erzeugnisse werben und dabei auch neue, vor allem digitale Medien einbeziehen und bisher nicht erreichte Kundengruppen ansprechen. Dabei stehen auch Themen wie Nachhaltigkeit, die Entwicklung des ländlichen Raums im Erzgebirge sowie die Nachwuchs- und Fachkräftesicherung ebenso auf dem Programm wie die Förderung des Fachhandels und die Erschließung digitaler Vertriebswege im Blickpunkt.