Stuhlfabrik lädt zum Handwerkstag

0
228
An alter Produktionsstätte lässt sich manches Plakat und Hinweisschild finden, die auch heute noch volle Gültigkeit haben. Foto: Christof Heyden

Die Alte Stuhlfabrik in Neuhausen gilt als Besuchermagnet für alle Generationen. Schwerpunkt der Ausstellung ist die über 150-jährige Produktion von Stühlen und Sitzgelegenheiten.

Neuhausen. Das Ensemble von Maschinen, Werkstoffen und Zubehör aller Art wirkt authentisch, als wenn tags zuvor die Türen zugeschlossen worden wären. Ist die Herstellung längst Geschichte, wissen die Gastgeber der Familien Jürgen und Uwe Löschner an ereignisreichem Standort manches Kapitel Industriegeschichte zu erzählen. Dabei geben die Betreiber der privat initiierten Schauanlagen einen breiten Einblick in die Lebensart der Erzgebirger und Gepflogenheiten des Arbeitsalltags.

Hinsichtlich mundartlicher Fachbegriffe weiß Uwe Löschner zuallererst ein Wort zu nennen, welches indes auf die Erzeugnisse eines Böttchers abzielt: Keibl. „Das sind Holzkübel aller Art, die in unserer Region so genannt werden“, sagt der Museumsleiter. Und zeigt auf eine ganze Palette solcher Artikel. „Ob Butterknetbottich, Blumenkübel, Pökelbehältnis oder Jauchefass, der Form wegen geben wir Einheimischen ihnen den Namen Keibl. Auch hölzerne Wäschewannen wird so mancher noch kennen.“

Klar hat Uwe Löschner die Palette der Werkzeuge und Maschinen zu einem Großteil aufbewahrt. „Spezielle Mundartbegriffe der Stuhlbauer lassen sich aber für mich schwer finden. Schinder oder Kratzer zur Oberflächenbearbeitung finden sich auch in anderen Berufen, die im Zungenschlag des jeweiligen Ortes gesprochen werden.“

Uwe Löschner zeigt eine Menge sogenannter Keibl. Foto: Christof Heyden

Thematisch ergänzt wird die Schau zur Stuhlherstellung von einer Präsentation namens „Möbel im Wandel der Zeit“. „Dabei zeigen wir, wie die Einheimischen etwa in der Zeit von 1930 bis Ende der 1980er Jahre eingerichtet waren, welche Ausrüstungsstücke in den Haushalten zu finden waren“, so Uwe Löschner.

Zwei Mal jährlich können Besucher alten Meistern bei ihrer Arbeit zuschauen. „Den nächsten Handwerkertag organisieren wir für den 30. Juni, dann wird beispielsweise Schuhmachermeister Guntram Kaden sein Gewerk vorstellen“, so der Fachmann vorausschauend.