Glanzpunkt fürs Museum

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Zwischenlösung: Weil nicht alle 300 Geleuchte in die Vitrinen passen, hängen vorerst viele am Geländer der Balustrade. Foto: Cristina Zehrfeld

Eine wertvolle Sammlung mit rund 300 Geleuchten der Zwickauer Firma Friemann & Wolf ist erstmals öffentlich zu sehen.

Dutzende Grubenlampen haben nur noch einen Platz am Geländer auf der Balustrade ergattern können, denn für die aus privater Hand übernommene Geleucht-Sammlung hat der Platz in den Vitrinen nicht gereicht. Verwundern kann das kaum: Mehr als 300 Objekte zeichnen akribisch die Entwicklung des einst weltgrößten und international renommierten Grubenlampenherstellers von der Erfindung der ersten brauchbaren Sicherheitslampe 1882 bis zur Enteignung der Firma Friemann & Wolf im Jahr 1945 nach. Zur Sammlung gehören viele rare, seltenste und Einzel-Stücke, darunter Muster- und Sonderanfertigungen.
Erworben haben die Sammlung je zur Hälfte die Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers und die Sparkassenstiftung/Erzgebirgssparkasse.

Der Knappschaftsvorsitzende Heino Neuber, Museumsleiter Jan Färber, der Vorstandsvorsitzende der Erzgebirgssparkasse, Roland Manz und Landrat Frank Vogel (von links) beim symbolischen Vollzug der dauerhaften Leihgabe. Foto: Cristina Zehrfeld

Gemeinsam haben die Käufer sie dem Bergbaumuseum als Dauerleihgabe überlassen. „Bei der Sammlung lag die einmalige Chance vor, das weltweit umkämpfte Spezialgebiet als Glanzpunkt unseres Museums und nicht zu unterschätzenden Identitätsfaktor der gesamten Region, ja Sachsens, beständig zu sichern und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieses Vorhaben stellt nicht nur das umfangreichste und anspruchsvollste in der Vereinsgeschichte, sondern unser Bekenntnis als Freunde und Förderer des Bergbaumuseums dar“, betont der Knappschaftsvorsitzende Heino Neuber.
Etliche Exponate sind tatsächlich einmalig. So gehört etwa die 1,5-millionste Benzin-Sicherheitslampe zur Sammlung, welche am 28.3.1914 dem Fabrikbesitzer Paul Wolf gewidmet wurde. Auf dem Unikat sind die Tochtergesellschaften und Niederlassungen der Firma eingraviert. Andere Geleuchte sind Muster, die in dieser Form nie produziert worden sind. Auch spezielle Erkundungs-, Meß- und Gasspürlampen des einst weltgrößten und international renommierten Grubenlampenherstellers gehören zur Sammlung. Kein einziges Exemplar ist doppelt. Der museale Wert lässt sich vielleicht erahnen, wenn man den bisherigen Bestand des Bergbaumuseums zu Rate zieht. Heino Neuber: „Bisher hatten wir – ohne die Kopflampen – etwa 50 Geleuchte, davon 40 Stück von Friemann & Wolf.“ Voraussichtlich bis Ende September wird die Geleuchtsammlung im bisherigen Kino des Museums gezeigt. Nach der geplanten Sanierung und Modernisierung des Hauses soll sie als Glanzstück in die Dauerausstellung integriert werden.