Kufenflitzer sputet Euch!

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Seltenes Bild: Eishockeyspieler auf der Naturfläche im Freibad Niederwiesa. Max, Etien und Robert sind begeistert, ihrem Hobby frönen zu können. Foto: Christof Heyden

Noch ist das seltene Spektakel des Eislaufens auf Naturflächen möglich. Die Fete in Niederwiesa dürfte noch vor dem Tauwetter starten.

Niederwiesa. Schnallt die Schlittschuhe an: Auf diesen Ruf mussten frostbeständige Wintersportler in Niederwiesa sieben Jahre warten. „Denn da war letztmals die Wasserfläche des Naturbades vollständig und tiefenwirksam durchfroren“, sagt Frank Buschbeck und freut sich über die Temperaturen. Der Betreiber der Freizeitanlage erinnert sich, dass zudem 2010 Eislaufen auf der Fläche möglich war. Und er hat nachgemessen: „Die zurückliegenden acht bis zehn Tage mit zünftigen Minustemperaturen haben es ermöglicht, dass sich eine 16 bis 18 Zentimeter dicke Eisschicht gebildet hat.“

Bis Sonntag sollte die fast 20 Zentimeter dicke Eisdecke im Naturbad Niederwiesa halten. Tauwetter kommt. Foto. Christof Heyden

Die Oberfläche trägt also die mehr oder weniger aktiven Kufenflitzer. Der Gastgeber hebt aber hervor, dass Aktive auf eigene Gefahr hin unterwegs sind. „Man kann für eine Freifläche niemals die absolute Sicherheit garantieren. Jeder muss das Risiko für sich abwägen.“
Indes: Die Stunden scheinen gezählt. Die Wettermacher haben den schalter bereits wieder auf Wärme umgelegt. Wagemutige Eislauffans sind eingeladen, am Sonntag bei Bratwurst und Glüchwein ihre Runden zu drehen.

Zu den begeisterten Eisfans gehört Robert Schindler. Der Chemnitzer schnallte sich gestern mit zwei Kumpels die Eishockeyschuhe unter die Füße. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich letztmals auf einer Natureisfläche unterwegs war“, sagt der 30-Jährige. Viele Jahre sei er im Chemnitzer Eishockey-Team aktiv dabei gewesen.“ In Deutschland hat man den Sport gar nicht mehr wahrgenommen. Kinder spielen doch kaum mit Schlittschuhen draußen.“ Insofern war sich Robert Schindler mit Trainingspartner Max Malkraw einig: „Olympia hat Eishockey echt gepusht. Was da abgeliefert worden ist, begeistert mich“, sagt auch der 15-Jährige.