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Hexenbauwerk aus Eiweiß, Honig und einem Spritzer Zitrone

Das ist kein Hexenwerk: Bäckermeister Ralf Forberger fertigt Pfefferkuchenhäuser für seine Kundschaft und rüstet die Oper Chemnitz mit Pfefferkuchenherzen aus.

Falkenau. In seiner Falkenauer Backwerkstatt läuft aktuell ein spezielles naschhaftes Aufbauwerk: jenes von essbaren Hexenhäusern und Lebkuchenherzen sowie Pfefferkuchenschindeln. „Auch in diesem Jahr beliefern wir wieder das die Städtischen Theater Chemnitz. Für die Aufführung der Kinderoper Hänsel und Gretel fertigen wir 250 Lebkuchenherzen“, so der Falkenauer Meister. Die herzhaft-süße Fracht gehört ab Dezember zu den kulinarischen Accessoires der auf die Bühne gebrachten romantischen Oper Humperdincks.

Ralöf Forberger hat erneut 270 Pfefferkuchenherzen für die Oper Chemnitz gebacken. Foto: Christof Heyden

„Die Chorknaben werden an den Pfefferkuchenherzen knabbern“, so Forberger. Die klassischen Pfefferkuchen mit Honig sind nach einem Familienrezept des Forberger-Opas gefertigt, jedes Stück etwa 300 Gramm schwer.
Seit drei Jahrzehnten Jahren hat der Familienbetrieb den schmackhaften Zuliefererauftrag inne.  Erstmals wurde die essbare Leckerei mit der Premiere des Opernstückes 1991 ausgeführt, seitdem wurden rund 9.200 Pfefferkuchen fürs Rampenlicht gefertigt.

Kundenwunsch Hexenhaus: Die Fassade aus Lebkuchenteig steht. Foto: Christof Heyden

„Eine Herausforderung ist es, einen Teil des Backwerks frisch zu halten. Während ein Teil der Pfefferkuchen an der Hexenhütte aus Kunststoffmaterial sind, beißen die Akteure in richtiges, beschriftetes Zuckerwerk. Mit feuchten Tüchern und einem Apfel im Behältnis gelingt dies bis Jahresende“, so der Fachmann .

Neben diesem künstlerischen Großauftrag fertigt Ralf Forberger mit seinem Team unter der Woche auch spezielle süße Bestellungen für Kunden aus. So weihnachtliche Hexenhäuser im Modellbaumaßstab.

Kundenwunsch Hexenhaus: Fugenmasse ist Eiweiß mit Zucker und Zitrone. Dies ergibt auch den Schnee. Foto: Christof Heyden

„Bis zu zehn Exemplare sind es etwa pro Saison, die aus einer Grundfläche von knapp 50 Zentimetern großen Lebkuchengrundplatten bestehen“, sagt der Falkenauer. Neben dem Familienrezept der weihnachtlichen Grundmasse, welche im Backofen bei 180 bis 195 Grad Celsius heiß zwischen 15 und 20 Minuten ausgebacken wird, rührt der Bauexperte eine Mixtur aus Eiweiß, Zucker und einem Spritzer Zitrone als Fugenmasse an. Zudem kommt der Honig vom Imker aus dem Nachbarort dazu.

Die Knusperhexe darf schon mal Probe stehen, Ralf Forberger baut ihr Knusperhaus. Foto: Christof Heyden

Mit Spritzbeutel zaubert der Bäckermeister dann die verschneiten Dächer, die weißen Kamine und Eiszapfen an die Dächer. Die maßstabsgerechten Figuren ordert der Modellbauer im darauf spezialisierten Handel. (hy)

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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