Vejprty/Bärenstein. Zum 12. Mal wird das Liedersingen an der Günther-Ruh im tschechischen Vejprty die Heimat- und Wandersleute aus Sachsen und Böhmen am 4. Juli zusammenbringen. Das Treffen im früheren Stadtteil Grund der tschechischen Grenzstadt ist herausragendes Beispiel für gelebte grenzüberschreitende Nachbarschaft.

Stimmungsvoll wird es zum Liederfest an der 1938 geschaffenen Günther-Ruh in Vejprty zugehen, versammelt sich eine wie in den Vorjahren rund 2.000 sanges- und erlebnisfreudige Publikumsschar. Musikanten und Sänger beiderseits des Grenzbaches werden einen Tag lang an idyllischer Naturkulisse die Klassiker der erzgebirgischen Volksmusik interpretieren. Und da wunderts auch keinen, wenn es zur Sommerszeit heißt: „Wenn´s draußen wieder schneit, do hobn mer unner Freid“. Zu derart Hits siedet die Stimmung mit dem legendären Schneeschuhfahrermarsch unter den hunderten Unternehmungsfreudigen im Ziehbusch.

Das von Musik und Mundart bestimmten Stell-Dich-Ein am Gedenkstein des legendären Volkssängers wurde von Mitgliedern des Heimatvereins Weipert mit Sitz in Bärenstein wiederbelebt. Viele Jahre fristete der Schauplatz nach Weltkrieg und sozialistischer Planwirtschaft ein trostloses Dasein. Nach der Wende fanden sich Einheimische, die an die früheren vom Erzgebirgsverein initiierten Liedertreffen erinnern wollten. Nunmehr bereiten die Organisatoren um Uwe Schulze das Dutzend der Veranstaltung vor.
Regelmäßig starten Erzgebirger mit Freunden die Ausflugtour und treffen vor Ort eine Verabredung mit Freunden und Bekannten. Die Begegnung an der Günther-Ruh zeigt, dass das Heimatgefühl lebt, hier verbreitet sich eine besondere Stimmung, die vom nachbarschaftlichen Miteinander lebt“, so die Hiesigen, die sich mit Wanderstock und Klappstuhl vor der Naturbühne platzieren und die Darbietungen verfolgen. (hy)






