Eine spezielle Holzauswahl erfolgte jetzt in hiesigem Eichenbestand: gesucht wurden Riesen von nahezu makelloser Beschaffenheit. Ein Beispiel für nach- und werthaltige Forstwirtschaft.
Falkenau. Nur auf neun der Kolosse an Stieleichen fiel in einem sechs Hektar großen Laubbaumbestand die Wahl der Fachleute um Revierförster Thomas Vogel. Sie erfüllen die strengen Qualitätskriterien. Der prüfende Blick galt den bis zu 30 Meter hohen Exemplaren, so deren Stamm und Krümmung sowie der Vitalität des Astwerks. Wo mögliche Insektenfraßgänge galt es aufzuspüren, wie Ring-, Frost- und Sternrisse auszuschließen waren und sie ebenso wenig von Wasserreisern, Aus- und Drehwuchs gezeichnet sein sollten. Oder von Mondringen, bei dem die Jahresringe des Holzes nicht gleichmäßig verlaufen, sondern bogenförmig oder wellenförmig erscheinen. Über ein Dutzend Parameter galt es zu beachten, wobei mancher erst eine definitive Bestimmung zuließ, als der Baum am Boden lag und das Innenleben freigab.

Dabei brachte die 170 Jahre alten Riesen gerade ihre Schön- und Werthaltigkeit zu Fall. „Nur mit derart Exemplaren können wir auf eine wirtschaftliche Vermarktung setzen“, so Thomas Vogel. Bei dem waren, unterstützt von Matthias Reinke und Nicole Seifert vom Sachsenforst, aber auch den Akteuren des Forstdienstleisters Alexander Dittrich aus Euba, gute Augen, gepaart mit forstlichem Fachwissen und unternehmerischer Kalkulation gefragt. Die im Schnitt aller zehn Jahre anberaumte Durchforstung des Reviers erfolgt aus gegebenen Anlass.
„Im Januar steht in Dresden die nächste Säge- und Wertholzsubmission von Sachsenforst statt. Zum 27. Mal werden Laub- und Nadelhölzer aus allen Eigentumsarten Sachsens angeboten“, so der Falkenauer Fachmann. „Für uns Gelegenheit, Material aus diesem im Forstbezirk Chemnitz einzigartigen Bestand an Stieleichen anzubieten. Für dessen Holz besteht hohe Nachfrage, interessiert sich eine internationale Käuferschar. Es wird beispielsweise bei Fassbauern für die Weinproduktion und Designern der Architekturszene besonders geschätzt.“

Vogel erklärt, dass die Aufbereitung etwa 100 Euro Investition pro Festmeter etwa für Fällung und Transport, bedeuten. „Es sollte aber mehr als dieser Betrag herausspringen, wir rechnen mit wenigsten 300 Euro. Im Wissen um den Verlauf versprechen wir uns sogar noch einen weit höheren Ertrag. Ein genutzter Festmeter dieses Holzes wiegt etwa 900 Kilo.“ Der Revierförster verweist darauf, dass aber alle Teile der Eichen verwertet werden. „Weniger qualitätsvolle Stammsegmente und Äste werden als geschätzte Ware an Tischlereien verkauft, die Astkronen finden etwa von der Möbelindustrie geschreddert und bearbeitet als Laminatplatten ihren Absatz.

Doch nicht allein der Holzverkauf war der bestimmende Fakt des Einsatzes. „Vielmehr wollen wir die besten Bäume weiter befördern, ihnen Licht geben, deren Stammstabilität erhöhen und ihr uneingeschränktes Blühen ermöglichen. Dafür müssen weniger entwickelte Exemplare weichen. Gerade dieser Bestand ist ein wichtiger Genpool dieser Art. Daher sammeln wir, wie jüngst geschehen, deren Samen, um diesen aufzubereiten und für den laufenden Waldumbau einzusetzen.“ Im Januar beginnt die flächenmäßige Durchforstung, dann gilt es für Waldgänger, die Hinweise und Absperrungen in dem Bereich beim Einsatz der Technik zu beachten. (hy)





