Die berühmte Dreckschänke in Potůčky (Breitenbach) war am Wochenende ein Besuchermagnet, auch wenn das Lokal geschlossen ist. Für ein Benefiztreffen weilten auch Akteure des Klein Erzgebirges vor Ort. Sie allesamt wollen den Wiederaufbau unterstützen.
Potůčky. Der Gastraum eine Baustelle, die Küche erkaltet und dennoch strömten Hunderte Unternehmungshungrige am Wochenende nach Potůčky/Breitenbach. Das Ziel von Ausflüglern und Heimatfreunden war am Sonnabend die legendäre Dreckschänke. Nur wenige Hundert Meter hinter der deutsch-tschechischen Grenze bei Johanngeorgenstadt bot der Standort auf böhmischer Seite die Kulisse der Neuauflage einer Benefizveranstaltung für den Wiederaufbau.
Seit Entstehung 1829 durchlebten Gasthaus und deren Besitzerfamilien wechselvolle Zeiten. Der besondere Reiz für heutige Erzgebirger liegt in der Beziehung zum Heimatdichter und Volkssänger Anton Günther. Dieser widmete dem Lokal das Lied „Da Draakschänk“, was diese berühmt und weit über die Ortsgrenzen von Breitenbach hinaus bekannt machte.

Ab 11 Uhr säumten die Gäste aller Altersklassen den Treffpunkt, den zum Konzertpodium umfunktionierten Parkplatz einer Skiarena auf gegenüberliegender Seite. Hier hatten die Organisatoren um Marek Plachý mit seiner Familie aus Potůčky, unterstützt von Fans aus beiden Ländern, die Bühne samt Zelten für das Auditorium aufgebaut. Zehn der Volksmusik verschriebene Bands und Sänger gastierten honorarfrei, um ihre Gage dem Wiederaufbau zukommen zu lassen. Zugleich animierten sie die Publikumsschar, wie zu zurückliegenden Benefizveranstaltungen, ebenfalls ihr Scherflein beizutragen, um die Sanierung des Objektes weiter mit voranzubringen.
Der neue Eigentümer betreibt auch das benachbarte Skigebiet Skipot; der die Dreckschänke seit 2017 erworben hat. Ziel ist es, Restaurant und Unterkunft wiederherzustellen und den historischen Charakter möglichst zu bewahren. Die Dreckschänke gilt seit dem 19. Jahrhundert als erzgebirgische Wirtshauslegende.

Auch Gäste aus Mittelsachsen folgten der Einladung, Flöhaer, Augustusburger und Neuhausener weilten vor Ort. Mit dabei Akteure des Klein-Erzgebirges. Zu ihrem Reisegepäck zählten Modelle aus der Miniaturschau Oederan, darunter der originalgetreue Nachbau des Gebäudekomplexes der Dreckschänke, die von den Besuchern am Stand mit Viola und Johannes Uhlig aufmerksam betrachtet wurde. Ebenso dabei der legendäre Volkssänger, der heuer noch einmal als Miniatur zurückkehrte.
Obwohl kaum jemand je Gast war – dieses Wirtshaus genießt Kultstatus, auch wenn es längst nicht mehr in Betrieb ist. Für Generationen von Mundart-Musikern stellt gerade die Melodie De Draakschänk einen Beitrag zum hiesigen Repertoire dar.

Die Geschichte der Dreckschänke geht bis 1829 zurück. Damals kaufte Josef Korb ein älteres Gebäude mit der Bezeichnung Nummer 7 — die spätere Dreckschänke. Einige Jahre später erhielt er vom Forstgut Joachimsthal eine Lizenz zum Betrieb eines Beherbergungs-, Bewirtungs- und Zerlegungsbetriebs. musste das Gasthaus verkaufen. Dieser Käufer war Johann Adalbert Hahn aus Horní Blatná, der am 28. April 1835 das Gasthaus Hahn eröffnete. Mehr als hundert Jahre lang führte die Familie Hahn den Gasthof, der zu einer legendärem Einkehrstätte wurde.





