Der Verein zur Entwicklung des Annaberger Landes hat zum 30. Mal seinen Vereinspreis für herausragende Initiativen im Ehrenamt vergeben. Die Jubiläumsehrung geht 2025 an den Denkmalpflegeverein Weipert mit Sitz in Bärenstein.
Bärenstein/ Vejprty. Die Laudatoren um Regionalmanager Andy Weinhold würdigen den seit 2012 gezeigten Einsatz der Vereinsfreunde um Vorstand Uwe Schulze. Für sie haben die Erzgebirger einen beispielgebenden und nachhaltigen Beitrag für den Erhalt des kulturellen, baulichen und technischen Erbes geleistet. Dabei heben sie den Einsatz für die noch vorhandenen Denkmäler der Stadt Weipert und Umgebung hervor, die es zu restaurieren, zu pflegen und für die Nachwelt zu erhalten gelte.

Als ein besonders hervorzuhebendes Beispiel nennen sie das Naturdenkmal „Günther Ruh“ im Weiperter Grund, welches bereits 1938 zum Gedenken an den Heimatdichter und Liedermacher Anthon Günther eingeweiht wurde. „Über die Jahre war dieser Ort leider in Vergessenheit geraten. Erst 1999 gab es erste Bemühungen und die Idee, an diesem idyllischen Flecken wieder Leben einziehen zu lassen. Nach 75 Jahren, im Jahr 2013, erlebte die Gedenkstätte eine neuerliche Einweihung. Dazu habt hat der Verein einen erheblichen Beitrag geleistet“, so Andy Weinhold.
Der stellt fest, dass das Fachgebiet des Vereins in der umfassenden Betreuung und Restaurierung von Denkmälern und Baudenkmälern liegt. Die Expertise reicht dabei von der planerischen Vorbereitung und Genehmigungsfähigkeit über den Bau- und Ausbau bis hin zur Renovierung und Pflege der Gedenkstätten.

„Das jährlich stattfindende Liederfest an diesem traditionellen Ort trägt maßgeblich zur Verständigung und dem Miteinander der Erzgebirger beidseitig der Grenze bei. Die stetig steigenden Besucherzahlen sprechen für sich“, stellt auch Bürgermeister Silvio Wagner als Jurymitglied fest. Jüngstes und erstmals auf sächsischer Seite vollzogenes Restaurierungsprojekt ist der Aufbau eines früheren Eisenbahnsignals.
Das einst an der Gleistrasse von Weipert/ Vejprty stehende Formsignal gab die Fahrt nach Sachsen frei. Als dieses verschrottet werden sollte, übernahmen die Vereinsfreunde das Teil in ihre Regie, arbeiteten es grundlegend auf und setzen es im November an der Straßengrenzbrücke als ein Sachzeugnis des Grenzverkehrs wieder auf. Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch dieses Vorhaben offiziell abgeschlossen und der Signalgeber am neuen Standort eingeweiht.

Vordem kümmerten sich die Mitglieder bereits um ein aus Felsen gebildetes Denkmal zu Ehren des Weiperter Jagdklubs, genannt „Sankt Hubertus“, sie setzen es mit Rastplatz auf Weiperter Seite instand. Auch das Ziffernblatt der Kirche in Neugeschrei (Nové Zvolání) verdankt ihnen der Aufarbeitung, wie sie die Restauration des Illnersteines, eine dem einst hochgeschätzten Hausarzt der Grenzstadt gewidmete Erinnerungsstätte, vor dem Abriss bewahrt haben. (hy)





