Jede Menge Kohle für digitale Saigerhütte

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Vorerst bleiben die Stühle im Saigerhüttenkomplex von Olbernhau verwaist. Hinter den Kulissen wird aber bereits mächtig Energie aufgebracht, um den Welterbe-Standort weiter auszubauen. Foto: Christof Heyden

In Olbernhau wurde der Startschuss für Investitionen im Saigerhüttengelände gegeben. Der Standort im Welterbeprojekt Montanregion erhält Finanzspritzen aus Förderprogrammen des Bundes

Olbernhau. Der Schwerpunkt der Investitionen besteht im Aufbau eines Pilotprojektes kontaktloses Informationssystem, informiert Udo Brückner, Chef des Regiebetriebs Kultur und Tourismus der Stadt.
„Im Welterbe-Bestandteil Saigerhütte sollen, nach dem neu beschlossenen Museumskonzept der Stadt, in den nächsten Jahren mehr Häuser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So ist vorgesehen die Beamtenkegelbahn zu ertüchtigen, die Hüttenschule als zentralen Anlaufpunkt für das Museumsareal mit Empfang, Museumsshop und Ausstellung zu konzipieren“, so der Olbernhauer.

Schon jetzt wird im Museumsareal mit Mitteln aus dem Projekt Neustart Kultur des Bundesverbandes für Soziokultur an einem kontaktlosen Führungssystem gearbeitet. „Im Rahmen dieser Corona-Förderung des Bundes werden im Gelände 5 sogenannte Stecknadeln installiert sowie die bereits vorhandene Häuserbeschilderung im gesamten Gelände digital aufgearbeitet. Damit wird es möglich, viele Informationen und Geschichten, Bilder, ja sogar Filme den Besuchern der Saigerhütte näher zu bringen und das Gelände mit seiner fast 500-jährigen Geschichte zu erklären“, so Brückner.

Blick in den sanierungsbedürftigen Kupferhammer. Foto: SV Olbernhau/Brückner

Das völlig neue Konzept ist ein Pilotprojekt im Welterbe Montanregion Erzgebirge. Die Gesamtkosten von rund 71.000 € werden aus Mitteln des Bundes mit 50.000 € gefördert.

 Die coronabedingte Schließzeit der städtischen Museen wird zudem für Reparaturarbeiten im Kupferhammer genutzt. „Der Zahn der Zeit hat am Hammergestell im Kupferhammer genagt“ so Brückner.
Mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Soforthilfe Heimatmuseen“ des Deutschen Verbandes für Archäologie im Rahmen des Förderprogramms „Kultur in ländlichen Räumen“, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, werden die Säulen des Hammergestells, welche vom Pilz befallen sind, derzeit ausgetauscht.

Zudem wird das Mauerwerk zur Radstube im Kupferhammer trockengelegt und versiegelt. Der Bund bezuschusst mit 25.000 € die mit 37.500 € veranschlagten Restaurierungsarbeiten.