Eisenbahnboom lässt Dampf raus

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Das Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf ist eine Schatzkiste der Verkehrsgeschichte. Die Dampfloks zählen zu den Schmuckstücken der einzigartigen Sammlung von Technik. Archivfoto: Christof Heyden

Das kommt überraschend: Ende dieser Woche schließt der Standort Eisenbahn.Boom in Chemnitz Hilbersdorf. Veranstalter nennen Witterungsverhältnisse als Grund für den vorzeitigen Antritt des Winterschlafes.

Chemnitz/Hilbersdorf. Eisenbahnfans und Kulturinteressierte haben nur noch bis kommenden Sonntag, 1. November 2020, eine letzte Chance für den Besuch der Ausstellung Eisenbahn.BOOM. Der Standort der 4. Sächsischen Landesausstellung schließt. Darüber informieren heute die Veranstalter.

„Aufgrund der Witterung geht das Museum, dessen Großteil der Exponate und die Anlage sich im Freien befinden, ab dem 2. November in den Winterschlaf. Damit endet für den ersten der sieben Standorte der 4. Sächsischen Landesausstellung Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen die Ausstellung. Ursprünglich sollte die Landesausstellung vom 25. April bis zum 1. November 2020 stattfinden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde der Ausstellungszeitraum auf die Zeit vom 11. Juli bis zum 31. Dezember 2020 verschoben. Die Zentralausstellung in Zwickau und die fünf anderen Schauplätze können vollumfänglich auch im Winter betrieben werden und sind deshalb bis zum Jahresende geöffnet“, so Pressesprecher Christian Landrock.

Auf dem ca. 26 Hektar großen, eisenbahnhistorischen Areal in Chemnitz-Hilbersdorf können die BesucherInnen bis Sonntag mehr als 180 Jahre sächsischer Verkehrsgeschichte in all ihrer Vielfältigkeit erleben. Fast 50 historische Lokomotiven sind dabei zu sehen. Zwischen 1898 und 1996 wurden auf dem Gelände des Rangierbahnhofs Güterzüge aufgelöst und zu neuen Zügen formiert. Die dazu notwendigen Lokomotiven waren im benachbarten Bahnbetriebswerk stationiert.

Eisenbahnenthusiasten putzen, pflegen und schmieren die betagten Dampfrösser, die immer wieder als Attraktion gefragtes Fotomotiv sind. Archivfoto: Christof Heyden

Die für die Landesausstellung extra neu konzipierte Dauerausstellung präsentiert nicht nur mehr als 180 Jahre sächsischer Eisenbahngeschichte, sie vermittelt auch grundlegende Kenntnisse über die Technik des Verkehrssystems Eisenbahn und über dessen Bedeutung für die Gesellschaft.

Trotz der späteren Eröffnung wurden fast 11.000 Besucher begrüßt, die den Veranstaltern nach Veranstalterangaben eine durchweg positive Resonanz auf das Geschaffene vermittelten.

Der reguläre Saisonbeginn ist im nächsten Jahr für den 27. März geplant. Die Museumsfreunde hoffen, dann ohne Covid-19 und mit einer gesicherten Zukunft für den Schauplatz Eisenbahn starten zu können.

Der Schauplatz ist von Donnerstag bis Sonntag, dem 1. November, jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Ein normales Ticket kostet 10,00 €, ein ermäßigtes 5,00 €. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.