Wappenfelsen soll wieder Schmuckstück werden

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Der sogenannte Wappenfelsen an der Zschopau in Lauenhain gilt als Wahrzeihen der Touristiker. Blick von der Plattform ans andere Ufer. Foto: Christof Heyden

Der Mittweidaer Stadtrat plant die „Instandsetzung Wanderweg vom alten Mühlweg zum Wappenfelsen“. Damit würde ein lang hegtes Vorhaben angegangen, welches bei Ausflüglern aber auch Einheimischen auf positive Resonanz stößt.

Mittweida. Mit den Vorhaben soll der nachgefragte Wanderwegeabschnitt an Attraktivität gewinnen und Sicherheitsaspekte erfüllen, so die Idee. Dazu zählt die Instandsetzung der Treppenanlagen, die Erneuerung der Geländer und die Neugestaltung das Aussichtsplateaus Wappenfelsen. Die Planungen sehen vor, auf dem Wappenfelsen eine geräumige Sitzbank aufzubauen, zudem soll eine dreiseitige Informationsstele aufgestellt werden.
Die wird zur Geschichte der studentischen Verbindungen und Vereine am Technikum Mittweida und deren besonderen Beziehung zum Wappenfelsen und Lauenhainer Mühle berichten. Als wichtiger Bestandteil gilt die Ausstattung des Standortes mit einst den Namen gebenden Wappen der Burschenschaften.

Der sogenannte Wappenfelsen an der Zschopau in Lauenhain gilt als Wahrzeichen. Schon in den 1920er-Jahren fühlten sich Mitglieder der Burschenschaft Mittweida von dem Felsen an einsamer Stelle angezogen. Foto: Christof Heyden

Der touristischen Erschließung der Mittweidaer Schweiz und die Bedeutung des Wappenfelsen gilt das Interesse des Grünlichtenberger Chronisten Michael Kreskowsky. „Schon weit vor dem Bau der Talsperre war die Region ein gut besuchtes Wandergebiet. Weit über 90 Jahre ist die Region Anlaufpunkt des Fremdenverkehrs und der Erholung. Die später im Zuge der Flutung abgerissene Lauenhainer Mühle war der Besuchermagnet, reichlich 50 Meter unterhalb der imposanten Wappenfelsen genannten Gesteinserhebung zu erreichen. Ich habe Fotos und Überlieferungen, in denen 500 Gäste an Spitzentagen im Biergarten bewirtet wurden. Darunter ungezählte Studenten bzw. Angehörige des Technikums.“

Während heute nur der sehr reparaturbedürftige Wanderweg durch den Wald oberhalb des Gewässers zu passieren ist, wanderten früher Ausflügler unterhalb des Felsens in Richtung Ausflugsgaststätte. „Und schon seinerzeit dürften die Studenten gewisse Mutproben unternommen haben und ihre heute Logo genannten Markierungen angebracht. Heute wäre dies nicht mehr möglich, da dieser Fußweg überschwemmt ist.“ Die Lauenhainer Mühle war 1924 vom Land Sachsen gekauft und 1928 beim Bau der Talsperre abgerissen wurden.

Vom Plateau des Wappenfelsens bietet sich ein reizvoller Blick ins Zschopautal. Foto: Christof Heyden

In einem vom Chronisten aufgestöberten überregionalen Wanderführer von 1878 wird die Ausflugsgaststätte als besuchenswert erwähnt und die Wegbeschreibung mitgeliefert. „So sollte man, auf Ringethaler Flur bis auf Höhe der Mühle marschiert, laut über die Zschopau hinüber in Richtung Lauenhain rufen. Seinerzeit hätte dann eine der drei Töchter des Wirts den Wanderer per Fähre übergesetzt. Wir haben Fotos, die diese einstige Idylle zeigen. Insofern war das Klagen der Einheimischen seinerzeit groß, als es an das Wasserbauprojekt ging und die Zschopau angestaut wurde.“

Die Sanierung ist für Michael Kreskowsky eine lohnenswerte wichtige Aufgabe. „Aktuell sind Wege und Geländer in erheblich desolaten Zustand. Da geht es wahrlich über Stock und Stein, bedarf es Sicherheitseinrichtungen auf dem Plateau. Hier hat der Zahn der Zeit an hölzernen Leiteinrichtungen genagt.“ Aus seinen Beobachtungen weiß er um das anhaltende touristische Interesse. „Die Angebote an die Geocacher sind gefragt. Anhand der Caches können wir die Neugier registrieren, und die ist bei allen Generationen ausgeprägt. Insofern macht die Sanierung und Verbesserung der Situation rund um den Wappenfelsen viel Sinn.“