An traditionsreicher Stätte fand am Wochenende die Landesdelegiertenversammlung des Vereins der Bergleute Sachsens statt. Das Treffen zeigte, dass der Brückenschlag vom Bewahren des Könnens der Vorfahren in die spannungsreiche Zukunft ein ehrgeiziges Vorhaben bleibt.
Altenberg. Goldblinkende Säbel bereichern jetzt das Habit der Bergleute des Erzgebirges. Im Rahmen der Landesdelegiertenkonferenz der Berg, Hütten- und Knappenvereine des Freistaats Sachsen überreichte Jörg Markert vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus 30 dieser Schmuckwaffen an die Vertreter der Interessengemeinschaften. Der Abteilungsleiter für Tourismuspolitik, Destinationsentwicklung und kulturtouristische Vernetzung übergab neben den originalgetreu nachgestalteten Säbeln zudem zwei neue Landesstandarten. Damit fanden 2025 geplante Projekte ihren erfolgreichen Abschluss, mit denen die Pflege und Förderung des weithin bekannten Bergbaugeschehens im Land gestärkt werden soll.

Gerade die Übergabe der Säbel ist laut Vereinssprechern ein wertvoller Beitrag zur möglichst originalgetreuen Ausstattung von Beamten- und Offiziantenuniformen, die zu den Bergparaden und Bergaufzügen in Sachsen getragen werden. Sie gehören zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands, was damit durch den Verband als Trägergruppe in besonderer Weise gepflegt und erhalten wird.
Über 150 Teilnehmer weilten stellvertretend für die 72 angeschlossenen Vereine und reichlich 4.350 Mitglieder zur turnusgemäßen Delegiertenkonferenz. Vier Mitgliedsvereine wurden im Rahmen des Treffens neu aufgenommen. Wiederholt verlieh die Vereinigung den würdigenden Ehrentitel „Bergmeister“ für außergewöhnliche Verdienste um die Entwicklung des Landesverbandes sowie die Bewahrung der berg- und hüttenmännischen Traditionen, denen das Land und seine Menschen Vieles verdanken.

Geschäftsführer Udo Brückner bilanzierte das zurückliegende Ereignisjahr, wobei 14 Bergparaden zur Adventszeit den Höhepunkt im Vereinsleben bildeten. Als herausragendes, wenn auch nicht einfach zu organisierendes Ereignis würdigte der Olbernhauer die Neuauflage eines Aufzugs in der Landeshauptstadt Dresden. Laut Beobachtern weilten bis zu 150.000 Zuschauer an der Strecke der Parade, die sich als enormes touristisches Spektakel erwies. 2027 wird eine weitere Auflage geplant.
Während sich die Veranstaltungsorte für diese Höhepunkte wie Chemnitz, Freiberg oder Annaberg-Buchholz als etabliert und nachgefragt bei Mitgliedsvereinen und Publikum haben, wünscht sich der Vorstand für die Städte Oelsnitz und Zwickau eine weitere Belebung und größere Zahl von aufmarschierenden Bergleuten.
Bernhard Cramer, Leiter des Oberbergamtes Freiberg, skizzierte die zurückliegende Arbeit des Fachbeirats und lenkte die Blicke auf kommendes. Dazu zählt 2026 etwa das Jubiläum der Tätigkeit des früheren 1826 agierenden Oberberghauptmannes Sigismund August Wolfgang Herder und die runde Wiederkehr der Inbetriebnahme des komplexen Entwässerungssystem Rothschönberger Stolln 1877 im Jahr 2027.

Im Verlauf der Diskussion stand die Thematik der Bewahrung der traditionellen Eigenheiten und doch anstehender innovativer Lösungen im Blickpunkt. Aktuell werden in Sachsen 33 Bergbauprojekte planerisch vorangebracht, wobei die Überlegung reift, im Erzgebirge wieder Bodenschätze abzubauen. Das ist in der Montanregion Welterbe ein längst nicht von allen Einheimischen verstandenes Ansinnen. Die Vereinigung will diese Aussprachen weiter initiieren und die sachliche Argumentation befördern helfen. (hy)





