Freiberg. Jahr für Jahr wird zum Bergstadtfest Freiberg eine Sammel-Pin zu Bergbauberufen herausgegeben. Ab sofort ist der Bergstadtfest-Jubiläums-Pin 2026 erhältlich. Mit ihm können alle das Bergstadtfest unterstützen. Freiberg feiert vom 25. bis 28. Juni in der gesamten historischen Altstadt und erwartet rund 100.000 Gäste.
In diesem Jahr zieren den Pin gleich drei bergmännische Figuren – weil sogar vier Jubiläen gefeiert werden: Der Klaubejunge zum 30-jährigen Jubiläum der Kindergruppe der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft (HFBHK), ein Musiker, der 35 Jahre Bergmusikkorps Freiberg und 80 Jahre Orchester symbolisiert, sowie der Standartenträger zu 40 Jahren HFBHK seit der Wiedergründung.
2026 ist „Jahr des Klaubejungen“ in Freiberg
Jedes Jahr rückt die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft (HFBHK) eines der bergmännischen Gewerke in den Fokus und stellt es vor. Seit 2017 nutzt die Stadt Freiberg die bergmännischen Gewerke als Vorlage für Christmarkt-Tasse bzw. -Dippl und Bergstadtfest-Sammel-Pin.
Auf dem Freiberger Christmarkt wird jährlich zum Fest des Bergmanns der Staffelstab vom aktuellen bergmännischen Gewerk auf das neue fürs das kommende Jahr übergeben. Mit einem kleinen Bergaufzug erhielten die „Klaubejungen“ den Staffelstab von den
„Häuern“, deren bergmännisches Jahr in Freiberg damit im Dezember 2025 endete.
Als Klaubejunge oder Scheidejunge (im Harz auch Pochjunge) wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. In den Scheidestuben trennten sie täglich etwa neun Stunden lang das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein.
Übersicht der bergmännischen Gewerke inkl. aktuellem Standort der geschnitzten Figuren:
· Klaubejunge (2026) – Tourist-Information, Schloßplatz 6
· Häuer (2025) – Lederwaren May, Burgstraße/Enge Gasse 2
· Amalgamierer (2024) – Bergstadt-Atelier, Petersstraße 33
· Bergschmied (2023) – Nähkessel, Kesselgasse 9
· Bergakademist (2022) – Stickerei Kühn, Korngasse 12
· Hüttenknappschaftsältester (2021) – Dein Bild, Korngasse 4
· Bergmaurer (2020) – Kesselgasse / Borngasse
· Schwefelhüttenarbeiter (2019) – SAXONIA Freiberg Stiftung
· Knappschaftsältester (2018)
· Zimmerling (2017)

Das bergmännische Gewerk „Klaubejunge“
Als Klaubejunge oder Scheidejunge wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. Für viele von ihnen war dies der Einstieg in das Arbeitsleben eines Bergmanns. Sie arbeiteten täglich neun Stunden in den Scheidestuben. Sie trennten das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein. Dieser erste Schritt in der Erzaufbereitung nennt sich Reinscheiden. An den sogenannten Scheidebänken arbeiteten hauptsächlich Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren, aber auch Berginvaliden, die körperlich nicht mehr in der Lage waren Grubenarbeiten zu verrichten und vereinzelt auch Frauen. Beaufsichtigt wurden sie vom Scheidehutmann, vom Scheidemeister oder Scheidesteiger. Nach einer Vorsortierung kam das Erz auf die Scheidebänke, wo die Klaubejungen mit dem Scheidehammer (auch als Scheidefäustel bezeichnet) die Erzstücke zerkleinerten und nach Erzsorten in sogenannte Bergkörbe füllten. Die Arbeit wurde im Stehen verrichtet. An den Scheidebänken war es laut und staubig.
Die Arbeitshaltung war beschwerlich, monoton und ermüdend, was mit der Zeit zu Nachlässigkeiten bei der Arbeit führte und durch den Scheidesteiger auch bestraft wurde. Bei ihrer Arbeit atmeten die Klaubejungen notgedrungen den ungesunden Erzstaub ein. Nach Eduard Heuchler erhielten die Klaubejungen im 19. Jahrhundert im königlichen Erzbergbau, je nach Leistung, für ihre Arbeit einen Schichtlohn von drei bis vier Neugroschen.
Kinder durften zur aktiven Zeit des Bergbaus nur in Ausnahmefällen an der Parade oder am Aufzug teilnehmen. Dies geschah zum Beispiel dann, wenn dem Landesherren ein Geschenk übergeben werden oder wenn ein Loblied vorgetragen werden sollte.
Bei der Auswahl der Bekleidung der Klaubejungen wurde sich an den Zeichnungen von Eduard Heuchler orientiert. Die Kinder tragen einen schwarzen Schachtkittel, wie ihn Jugendliche tragen mussten, wenn sie mit der Lehre im Bergbau begannen, schwarze lange Hosen, schwarze Schuhe und einen schwarzen Krempenhut, wie ihn auch der Bergmann zu seiner Arbeitskleidung trug. (PM)




