Annaberg-Buchholz. Der Frohnauer Hammer ist eines der bedeutendsten Bestandteile des UNESCO-Welterbes „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“ und gleichzeitig das älteste Schmiedemuseum Deutschlands (seit 1910). Er gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges. Besonderes Highlight für die Besucher sind die Vorführungen der Funktionsweise der originalgetreu erhaltenen Hammerwerkstechnik. Ergänzt wird das Angebot durch das Hammerherrenhaus und die Volkskunstgalerie. Rund 26.000 Besucher zählt der Frohnauer Hammer jährlich.
Nun starten umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, da die Stadt Annaberg-Buchholz das museale Areal am Frohnauer Hammer für die Besucher noch attraktiver machen möchte. Eine barrierearme Gestaltung soll mobilitätseingeschränkten Gästen den Besuch erleichtern. Dafür wird ein Anbau errichtet, der zukünftig den barrierefreien Zugang des bestehenden Herrenhauses, der musealen Räume und einer gastronomischen Einrichtung ermöglicht. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das historische Hammerwerk aufgrund seiner baulichen Gegebenheiten nicht vollständig barrierefrei gestaltet werden kann.

Der neue Gebäudeteil umfasst einen überdachten Eingangsbereich, ein Foyer mit einer barrierefreien Toilettenanlage sowie einen Personenaufzug. Auch der Außenbereich wird so umgestaltet, dass sich das neue Angebot harmonisch in die Umgebung einfügt. Bei den Planungen wurde auf eine nachhaltige Bauausführung geachtet. So ist für den Eingangsbereich ein Gründach geplant. Für die Wärmeversorgung sind eine Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Luftwärmepumpe vorgesehen. Die Verwendung von Stahlbeton wird, sofern möglich, vermieden und stattdessen der Einsatz von einheimischem Holz bevorzugt.
Bauabschnitte
Im ersten Bauabschnitt liegt der Schwerpunkt auf dem Neubau der WC-Anlagen, einschließlich barrierefreiem Zugang zur Ausstellung im 1. Obergeschoss. Dieser wird durch den Einbau eines Aufzugs ermöglicht. Ergänzend entsteht ein zweiter Fluchtweg für die Büroräume. Die Bauarbeiten beginnen noch vor dem Hammerfest (22. August 2026) mit vorbereitenden Maßnahmen wie dem Abriss des bestehenden Anbaus und der Einrichtung der Baustelle. Nach dem Hammerfest startet der Rohbau für den neuen WC-Anbau. Der erste Bauabschnitt soll bis 2027 abgeschlossen sein.
Der zweite Bauabschnitt ist zeitglich bzw. im Anschluss an die Haldensanierung durch die WISMUT im Jahr 2028 vorgesehen. Er umfasst die Neugestaltung des Außenbereichs. Bei den Außenanalgen handelt es sich um die Fläche, auf welcher der ehemalige Kiosk stand. Hier werden die Natursteinmauern saniert bzw. zum Teil neu errichtet, des Weiteren werden die Oberflächen befestigt und Pflanzarbeiten ausgeführt. Geplant ist unter anderem ein überdachter Raum, der die Fläche zum Haldenkörper abgrenzt und sowohl als Unterstellmöglichkeit als auch für Ausstellungen genutzt werden kann. Der Umbau soll 2028 beendet werden.

Der Bund und der Freistaat Sachsen unterstützen die Stadt Annaberg-Buchholz bei dem Bauvorhaben, für das die Landesdirektion Sachsen rund 1,7 Millionen Euro bewilligt hat. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Die Mittel kommen jeweils zur Hälfte aus dem Bundes- und dem Landeshaushalt. Die Gesamtkosten schlagen mit rund 2,15 Millionen Euro zu Buche. Der Eigenanteil von rund 0,45 Millionen wird durch die Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz getragen.
Uneingeschränkter Museumsbetrieb während der Bauphase
Der Museumsbetrieb bleibt von den Baumaßnahmen weitestgehend unberührt, sodass der Besuch zu den üblichen Öffnungszeiten möglich ist. Weitere Informationen zur Geschichte des Frohnauer Hammers, zum Museumsrundgang, Sonderführungen, Sonderausstellung und Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage unter: www.annaberg-buchholz.de/frohnauer-hammer





