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Wenn der Rupprecht von Auerbach wieder nabelt…

Und wieder dampft der Riesen-Rupprecht von Auerbach. In Arbeitseinsatz hat eine Handvoll Einheimischer den hölzernen Gesellen aus dem Sommerschlaf geweckt und für die bevorstehende Weihnachtssaison präpariert.

Auerbach/ E. Auch die Handlampe des urigen Burschen steht erneut zuverlässig unter Strom, wie dem Fünf-Zehntner-Koloss abermals eine Stimme gegeben wurde. „Zum 13. Mal wird uns die Traditionsfigur durch diese Wintertage begleiten und Besuchern und Passanten unseres Schnitzerheimes Freude spenden“, zeigt sich Rainer Schulze zufrieden mit dem zweistündigen Aufbauwerk.

Der Rupprecht nabelt und spricht: André Meier, links, Heiko Krauß, Tino Marquardt und Rainer Schulze haben dem Alten neues Leben eingehaucht. Foto: Christof Heyden

Der 73-Jährige ist Schöpfer des imposanten Männels, welches längst als markantester zeitlicher Blickfang im Zipfel von Auerbach gilt. Aus den vier Hauptteilen Sockel, Rumpf, Kopf und Rucksack bestehend, wurde der 2,30-Meter-Mann für die bevorstehenden Arbeitstage präpariert.

Rainer Schulze ist Schöpfer des 2,30-Meter-Weihnachtsmannes. Foto: Christof Heyden

„Herzstück ist eine im Schnitzerheim positionierte Nebelmaschine, deren Dampf durch eine von uns geschaffene Verbindung in den Körper des Ruppert gelangt und im Takt einer Minute jeweils einen Nebelstoß aussendet“, so das Mitglied im hiesigen Schnitzverein. „In Frieder Ulrich hatte ich zudem vor fünf Jahren einen versierten Fachmann gefunden, der ein elektronisches Mini-System zusammengestellt hat, mit dem es seitdem möglich wird, dass der Wintergesell auch sprechen kann“, so Rainer Schulze.

André Meier, links, Tino Marquardt und Heiko Krauß huken dem Alten den Rucksack über. Foto: Christof Heyden

„Dessen Stimme wird mit dem Einwurf eines Geldstücks aktiviert. In diesem Jahr haben wir die Ansage überarbeitet und erweitert. Hatte dessen Weihnachtsgruß bis Neujahr Gültigkeit, werden wir den heuer am 2. Weihnachtsfeiertag sozusagen Updaten und Silvester einbeziehen. Selbst gestandene Auerbacher, die unseren Burschen kennen, laden wir ein, sich wieder einmal selbst davon zu überzeugen.“

Die von Dampfen und Reden bestimmten Arbeitszeiten des Rupprechts, der dafür keiner künstlichen Intelligenz bedarf, sind unter der Woche von 15 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 20 Uhr programmiert.

Tino Marquardt schraubt die Holznase an. Foto: Christof Heyden


„2011 haben wir die Figur erstmals aufgestellt. Die Planungsphase war schon viel früher. Der bewegliche Karl Stülpner auf Burg Scharfenstein war für mich einst die Anregung, selbst einmal einen solchen Holztypen zu schaffen. Von Anfang an stand fest, der der Kerl auch nabeln sollte, ganz in Tradition des Erzgebirges“, so Rainer Schulze. Der wird im Rahmen des Pyramidenanschiebens am Sonnabend, 2. Dezember, den Rupprecht aktivieren.         

Einmal pro Minute stößt der Alte eine Dampfwolke aus. Foto: Christof Heyden
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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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