Fichtelbergbahn geht die Puste aus

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Bei der Fichtelbergbahn rollt ab Dezember nur noch ein Personenzug zwischen den Stationen. Der Fahrplan wird so ausgedünnt, das Angebot aus betriebswirtschaftlichen Kostengründen reduziert. Foto: Christof Heyden

Oberwiesenthal. Herber Schlag für die touristische Verkehrsbranche im Erzgebirge: Die im Sommer launisch gefeierte 125-jährige Streckenverbindung der Fichtelbergbahn erhält ihren Dämpfer. Erstmals in der Geschichte zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal wird der Zugverkehr von bislang getakteten Zwei-Zug-Betrieb mit je fünf Verbindungen in jede Richtung auf den Einzug-Betrieb umgestellt. Zudem werden die Preise angehoben.

Diese Entscheidung hat die SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) als Betreiberin der Fichtelberg-, Lößnitzgrund- und Weißeritztalbahn im Zusammenwirken mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen VMS getroffen. Die reduzierte Verkehrsleistung soll zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 in Kraft treten. „Durch die gestiegenen Energiekosten, insbesondere bei der Steinkohle, sind massive Einsparungen erforderlich“, begründet Roland Richter, Geschäftsführer der SDG die Maßnahmen.

Kenner der Szene verweisen zudem darauf, dass die zurückliegende Corona-Krise zu einem herben Rückgang der Fahrgastzahlen und damit der Einnahmen geführt hat. Weiterhin stehen auch regelmäßig erhebliche Investitionen in den Fahrbetrieb an, so sind etwa turnusgemäße Lokinspektionen erforderlich, die beachtliche Geldsummen verlangen. Diese könnten so auf einen längeren Zeitraum angesetzt werden.  Die Reduzierung hat Folgen für den Betriebsdienst, so wird etwa ein Zugleiter nicht mehr benötigt.

Der Geschäftsführer des VMS, Mathias Korda sagt zu den einschneidenden Maßnahmen: „Wir haben uns auf einen generellen Ein-Zug-Betrieb mit täglich vier Zugpaaren auf der Fichtelbergbahn verständigt.“ An nachfragestarken Tagen wie Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und an den Adventswochenenden wird das Angebot auf einen Zwei-Zug-Betrieb erweitert. Mathias Korda: „Sobald sich die Rahmenbedingungen wieder verbessern, werden wir zum alten Betriebsprogramm zurückkehren. Das ist Ziel aller Partner.“ (pr/hy)