Ziegentreff wird preisgekrönt

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Das Ziegentreffen in Steinbach gehört zu den originellsten Veranstaltungen im Erzgebirge. Die Hirten müssen mit ihren Vierbeinern nicht nur einen Hindernisparcours überwinden. Die Anreise erfolgt zudem mit der Schmalspureisenbahn. Archivfoto 2018: Christof Heyden

Der Wettlauf Mensch gegen Ziege ist legendär, doch nicht das einzige Spektakel, mit dem der Erzgebirgszweigverein Steinbach die Tradition zu pflegen versteht. Dafür gibt es jetzt den Vereinspreis Erzgebirge.

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Steinbach. Die urige Wildbach-Raststätte in Steinbach ziert seit dem Wochenende eine kunstvolle Glasarbeit samt Ehrenurkunde. In dem vom hiesigen Erzgebirgszweigverein genutzten Domizil findet jetzt eine renommierte Auszeichnung ihren Ausstellungsplatz: Der Vereinspreis des Annaberger Landes 2020.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreichten Stefan Mielke und Andi Weinhold dem verdienten Vorsitzenden Rolf Dost stellvertretend für 78 Mitglieder seiner Interessengemeinschaft die Anerkennung, mit der die Aktivitäten für Heimatkunde und Brauchtumspflege gewürdigt werden. Zum 25. Mal ehrt die Initiative zur Entwicklung der Region Annaberger Land damit beispielhafte Aktivitäten, kulturelles Leben auf dem Lande zu bereichern, das nachbarschaftliche Miteinander zu befördern und reizvolle touristische Angebote zu unterbreiten.

„Der Verein macht sich in besonderer Weise um die erzgebirgische Tradition verdient und bereichert das Ortsgeschehen“, begründete Vorsitzender Stefan Mielke den Auszeichnungsbeschluss. „Zahlreiche Arbeitseinsätze widmen die Mitglieder etwa der Pflege und Instandhaltung des örtlichen Wanderwegenetztes. Regelmäßig werden auf diesen Strecken Aufmerksamkeit weckende thematische Touren organisiert.“

Besonders reizvoll erweise sich das längst über die Grenzen des Annaberger Landes hinaus bekannte einzigartige Ziegentreffen, mit dem die Akteure die Region in besonderer Weise in die öffentliche Wahrnehmung rückten. „Mit dem gepflegten Erscheinungsbild des Areals am Wildbach samt der Außenanlage des Vereinsdomizils wissen die Steinbacher genauso zu punkten. Die Vereinsfreunde sind bei der Gestaltung örtliche Ereignisse, etwa des Weihnachtsmarktes, dabei, wie sie die Ortspyramide mitgestalten und zum Gelingen der Mettenschicht am Andreas-Gegentrum-Stolln beitragen.“

Auch zur Preisverleihung heißt es derzeit Abstand halten: Rolf Dost nimmt stellvertretend für den Erzgebirgszweigverein Steinbach den Vereinspreis 2020 des Annaberger Landes entgegen, den Stefan Mielke, links, und Andi Weinhold in die Raststätte Wildbach mitgebracht haben. Foto: Christof Heyden

Als maßgebend für die diesjährige Entscheidung nennen die Juroren die generationenübergreifende Zusammenarbeit im Verein. Dessen gestandenen Akteure würden es verstehen, junge Leute in die Arbeit einzubinden und ihnen Verantwortung zu übertragen. Mit einem Durchschnittsalter der Mitglieder von 40 Jahren zeige die hiesige Gruppe unter den deutschlandweit agierenden Erzgebirgszweigvereinen, dass die Idee der Gründungsväter vor über 140 Jahren noch heutige Generationen begeistern kann.

„Die Nachwuchsarbeit ist spitze. Die Jugend ist in der Gemeinschaft nicht nur zum Mitfeiern dabei, sie weiß mit eigenen Vorhaben einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Dafür stehen beispielsweise die jüngsten Heimatabende, die angesichts der gebotenen Themen, so zum Schaffen des früheren Steinbacher Meisterfotografen Hermann Krauße oder zur Luftschlacht 1944 über dem Erzgebirge, zu nachgefragten Besuchermagneten wurden“, so Stefan Mielke.

Jüngste Aktivitäten um Ideengeber Dominik Beyer suchen jetzt ebenso die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Mit einem böhmischen Jugendverein sind erste gemeinsame Treffen organisiert worden. „Arbeitsschwerpunkt sollen Organisation und Unterstützung von Projekten für Schüler in der Natur sein“, so der 24-jährige Steinbacher, der auch die Vorbereitung der Heimatabende inne hatte.

In der Laudatio wurde zugleich gewürdigt, dass mit Rolf Dost ein Akteur seit der Wiederbegründung des Vereins 1993 an der Spitze steht, der in herausragender Weise als Vorsitzender agiert und die Interessen der 1927 begründeten Gemeinschaft weitertrage. Ihm und seinen Mitstreitern könne eine gehörige Portion Enthusiasmus und viel Herzblut für die ehrenamtliche Tätigkeit bescheinigt werden.   [/ihc-hide-content]