Nach dreijährigem Komplettumbau wurde die Eröffnung des neu konzipierten Kutschenmuseums auf Schloss Augustusburg gefeiert. Auf 1.100 Quadratmetern machen 25 Kutschen aus drei Jahrhunderten, interaktive Stationen, ein Kutschensimulator und szenische Einbettungen Mobilitätsgeschichte erlebbar.
Augustusburg. In den neuen Magnet im Erzgebirge wurden 9,1 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen investiert. Das Kutschenmuseum schlägt eine Brücke zwischen Geschichte und Moderne und verbindet historische Exponate mit einem innovativen Museumskonzept. Die Ausstellungsstücke zeigen in mehrfacher Hinsicht einen Querschnitt der Kulturgeschichte der Mobilität. Dabei werden spannende Kontraste eröffnet: Zu den Exponaten zählen herrschaftliche Staatswagen und Galakutschen vom kurfürstlichen und königlichen Hof in Dresden, Alltags- und Arbeitskutschen von Bürgern und Bauern sowie besondere Stücke wie eine Kinderkutsche und eine Feuerspritze.
Das neu konzipierte Kutschenmuseum ist rund zweieinhalbmal größer als sein Vorgänger. Die Anzahl der ausgestellten Kutschen und Schlitten stieg nicht im gleichen Maß – und das mit Absicht: „Wir wollen den Exponaten Raum geben und zeigen, was alles in den Ausstellungsstücken steckt. Dabei machen wir unseren Gästen Angebote, Inhalte nach Interessen zu vertiefen und selbst aktiv zu werden“, erläuterte Patrizia Meyn.

Zu den Höhepunkten zählen das interaktive Kutschenrennen, das nachgebaute Interieur zum Probesitzen, das Explosionsmodell einer Kutsche und der eigens entwickelte Kutschensimulator. Dabei können die Museumsbesucherinnen und -besucher selbst die Zügel in die Hand nehmen und eine Kutsche durch eine Stadt lenken. Um die Gäste beim Besuch aus ihrem Alltag abzuholen und sie auf das Museum einzustimmen, wird zu Beginn ein kurzer Einführungsfilm gezeigt, der Grundlagen vermittelt und Neugier weckt.
Anschließend können die Gäste die sieben Ausstellungsräume auf eigene Faust erkunden. Immer wieder treffen sie dabei auf Stationen, bei der ihre Identifikationsperson von Bedeutung ist: Dabei können die Besucherinnen und Besucher zwischen Hofdame und Kutscher, Kaufmann und Wagner auswählen. Die Exponate sind in Landschafts- und Alltagsszenen eingebettet. Das Leben in der Stadt, Handwerk, Innenausstattung und weitere Themen werden so eindrucksvoll in Szene gesetzt. Dafür bot das historische Stallgebäude mit seiner offenen Holzkonstruktion den idealen Rahmen. (PM)





