Ornithologen sind verzückt, Windkraftinvestoren ruiniert und die Schrebergartengemeinde gerettet – die jüngste Inszenierung des Sommertheaters Falkenau mit Happyend traf den Geschmack des begeisterungswilligen Publikums.
Falkenau. Zum Wochenende servierten die Hobbyschauspieler mit ihrer Premiere äußerst verdauliche Kost: Von Zaun zu Zaun heißt das diesjährige Stück, welches in der landschaftlichen Idylle der Gartengemeinschaft Flussaue angesiedelt ist. Dabei wissen die Gastgeber mit dem Stoff ihrer 15. Spielsaison die widerstreitenden Dauerbrenner des Alltags ins Rampenlicht zu stellen: Windkraftanlage kontra Erholungsgebiet, Stadtbewohner gegen Dorfgemeinschaft, geldgieriger Bauherr im Clinch mit Naturschützern.

Mit pfiffigen, von gewitztem Menschenverstand getragenen Dialogen, stilsicherem Bühnenbild und charakteristisch ausstaffierten Akteuren verhandeln die Mimen die Auseinandersetzung, an der so mancher im Auditorium aufgeschlossen Position bezog.
Stellvertretend für die heutige Zivilgesellschaft hegen Dörte und Klaus eine beispielhafte Ökoparzelle, in der das Waldbaden gepflegt wird. Oder Sarah und Henri, jene Vertreter der Hipster-Generation, die ihre gesamte Parzelle im Farbton Pink gestaltet haben.

Und schließlich das Damentrio, welches der Leidenschaft des Cannabisanbaus frönt und tüchtig zu bechern versteht. Denen entgegen gesellt sich Gartenvorstand Brückner mit den Gartensheriffs Siggi und Ulli. Ein Intrigant, welcher die Spartengemeinschaft aus Geldgier dem Investor Reich für den Aufbau von fünf Windkrafträdern ausliefern will.

So kontrovers die Nachbarschaft im Gartenidyll, für den Erhalt verbünden sich die Typen. Dank der den Gin liebenden Ollen Gräbern kommen sie den geheimen Absprachen auf die Schliche. Der abgeklärte Opa Walter samt Ehefrau wissen jenen entscheidenden, den das Vorhaben zusammenbrechenden Wink zu geben: zwitschert da nicht ein seltsamer Vogel namens Säbel-Schnäbler im Geäst?

Mit einer Portion List und scheinbaren Zufall trillert das äußerst rare Federvieh genau dann, als zwei behördlich bestellte Vogelkundler ihre Stippvisite abhalten und verfügen: kein Abriss, die Parzellen sind gerettet.
Mit einem Beifallssturm quittierten die Gäste das Dargebotene, würdigen die schauspielerischen Leistungen und das professionelle Ambiente in der Spielstätte Naturbad Falkenau. Für Fans halten die Falkenauer jetzt eine 115-seitige Broschüre bereit, die den Werdegang ihrer Sommertheaters unterhaltsam darstellt. (hy)






