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Listige Falkenauer Laubenpieper bringen Windradprojekt zu Fall

Ornithologen sind verzückt, Windkraftinvestoren ruiniert und die Schrebergartengemeinde gerettet – die jüngste Inszenierung des Sommertheaters Falkenau mit Happyend traf den Geschmack des begeisterungswilligen Publikums.

Falkenau. Zum Wochenende servierten die Hobbyschauspieler mit ihrer Premiere äußerst verdauliche Kost: Von Zaun zu Zaun heißt das diesjährige Stück, welches in der landschaftlichen Idylle der Gartengemeinschaft Flussaue angesiedelt ist. Dabei wissen die Gastgeber mit dem Stoff ihrer 15. Spielsaison die widerstreitenden Dauerbrenner des Alltags ins Rampenlicht zu stellen: Windkraftanlage kontra Erholungsgebiet, Stadtbewohner gegen Dorfgemeinschaft, geldgieriger Bauherr im Clinch mit Naturschützern.

Investor Dagobert Reich (Bernd Findeisen) will fünf Windkraftanlagen aufbauen. Gartenvorstand Brückner (Tilo Wellert) daran mitverdienen. Foto: Christof Heyden

Mit pfiffigen, von gewitztem Menschenverstand getragenen Dialogen, stilsicherem Bühnenbild und charakteristisch ausstaffierten Akteuren verhandeln die Mimen die Auseinandersetzung, an der so mancher im Auditorium aufgeschlossen Position bezog.
Stellvertretend für die heutige Zivilgesellschaft hegen Dörte und Klaus eine beispielhafte Ökoparzelle, in der das Waldbaden gepflegt wird. Oder Sarah und Henri, jene Vertreter der Hipster-Generation, die ihre gesamte Parzelle im Farbton Pink gestaltet haben.

Zoff am Gartenzaun, Familie Pink und die Cannabis-Mädchen streiten sich, Foto: Christof Heyden

Und schließlich das Damentrio, welches der Leidenschaft des Cannabisanbaus frönt und tüchtig zu bechern versteht. Denen entgegen gesellt sich Gartenvorstand Brückner mit den Gartensheriffs Siggi und Ulli. Ein Intrigant, welcher die Spartengemeinschaft aus Geldgier dem Investor Reich für den Aufbau von fünf Windkrafträdern ausliefern will.

Die beiden weiblichen Gartensheriffs: Siggi (Claudia Schröder) und Ulli (Yvonne Haase). Foto: Christof Heyden

So kontrovers die Nachbarschaft im Gartenidyll, für den Erhalt verbünden sich die Typen. Dank der den Gin liebenden Ollen Gräbern kommen sie den geheimen Absprachen auf die Schliche. Der abgeklärte Opa Walter samt Ehefrau wissen jenen entscheidenden, den das Vorhaben zusammenbrechenden Wink zu geben: zwitschert da nicht ein seltsamer Vogel namens Säbel-Schnäbler im Geäst?

Opa Walter und Ehefrau mit Vogelstimmen-Imitatoren: Uwe Fischer und Kathleen Dietze. Foto: Christof Heyden

Mit einer Portion List und scheinbaren Zufall trillert das äußerst rare Federvieh genau dann, als zwei behördlich bestellte Vogelkundler ihre Stippvisite abhalten und verfügen: kein Abriss, die Parzellen sind gerettet.    
Mit einem Beifallssturm quittierten die Gäste das Dargebotene, würdigen die schauspielerischen Leistungen und das professionelle Ambiente in der Spielstätte Naturbad Falkenau. Für Fans halten die Falkenauer jetzt eine 115-seitige Broschüre bereit, die den Werdegang ihrer Sommertheaters unterhaltsam darstellt. (hy)

Die Ornithologen Herr Bunt (alias Uwe Krasselt) und Herr Specht (Kevin Kunz) sind begeistert: der Säbel-Schnäbler ist entdeckt. Foto: Christof Heyden
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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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