Die Anspannung steigt im Flöhatal: die Karnevalisten des HCC sind in ihre 40. Saison mit einem thematischen Streifzug durch ihre närrische Wirkungsgeschichte gestartet
Hohenfichte. Das gibt es nur in der Fünften Jahreszeit am Fuße der Augustusburg: die Untertanen sehnen die Amtszeit von Präsidenten und Elferrat-Ministern herbei. Während das gesellschaftliche Miteinander im Alltag viel zu oft von Verdrossenheit und Twist geprägt wird, erfährt die Narrenregentschaft in Hohenfichte ungebrochene Begeisterung des Publikums. Seit Tagen richten die Mitglieder des HCC ihren Regierungssitz an der Straße zur Lohe her, sind die raffinierten Technikgags samt imposanten Bühnenaufbauen installiert. Tickets, am jahreszeitlichen Erlebnisformat teilzunehmen, waren erneut binnen Augenblicken unter einer treuen Fangemeinde vergriffen.
Die Anspannung wächst in diesem Jahr selbst bei den gestandenen Akteuren wie Vereinschef Kai Sackwitz und Präsident Carlo Zenker.

„Mit der 40. Saison für unseren HCC ist es eine besondere, wir wollen zum Jubiläum in Hochform auflaufen“, konstatieren die beiden Gastgeber und benennen reimend das Motto: „Im kalten Winter ´86 im Jugendklub man saß und dacht sich, zur Faschingszeit wärs schön, könnt´ man zur Faschingsfeier göhn. Drum wurde fix und unumwunden, geschwind mal ein Programm erfunden und aufgeführt zum 1.Mal in Ficht im Lehrlingswohnheimsaal. Das Motto deshalb -hört gut droff: zum 40ten bei uns: ein Best of!“
Über ein Dutzend ausgeklügelter Sketche mit einer Gesamtspielzeit von über drei Stunden haben die Hohenfichtener vorbereitet. Sie allesamt waren in den zurückliegenden Jahren die Knaller der jeweiligen Saison. Kenner der Szene wissen, dass bei deren Beiträgen alles andere als lange Weile aufkommt. Ausgefeilte Dialoge, spitzfindige Pointen und vor allem jeder deutschen Fernsehschau den Pfiff gebende technische Raffinessen sind der von den Zuschauern gewürdigte Erfolgsgarant.

„Aktuell zählen 18 Mitglieder zum Verein, der einen gewissen Umbruch erlebt, nach und nach die Söhne der gestandenen Vätergenerationen mit hineinwachsen“, erklärt Carlo Zenker, Präsident seit der ersten Veranstaltung. „Zu den Gründungakteuren zählt allein Hardy Mischau.“
Grün-schwarz sind die Farben der 1986 begründeten Spaßtruppe. Deren Initiatoren hätten wohl nie gedacht, dass ihre Schnapsidee den Grundstein für einen so erfolgreiche Interessengemeinschaft legen würde, die aus dem Kulturleben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Zusammen mit dem Dorf- und Jugendclub ergriffen Sportler die Initiative des ersten Jahrgangs mit Motto Auf dem Bauernhof.
„Was im Lehrlingswohnheim begann, fand später von 1992 bis 2008 im Restaurant Zum Brückenwirt seine Fortsetzung“, kennt Vereinschef Kai Sackwitz die Geschichte. Selbst wendebedingte Ereignisse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen konnten dem Fasching kein Bein stellen. Dem zwischenzeitlichen Domizil im Gasthof Hohenfichte folgte die jetzt als Mehrzweckobjekt genutzte, vordem arg ramponierte Turnhalle. In ungezählten Stunden haben gerade die Karnevalisten diese zum Kulturtempel ausgebaut, wovon unterdessen auch andre Interessengemeinschaften der Gemeinde profitieren.

„Eigentlich sind es immer Witze mit Lokalkolorit oder die Situationskomik aus dem Alltag, die die inhaltliche Basis für unser Programm sind“, skizziert Kai Sackwitz das Programm. „Es ist eine Gabe, in den eigenen Reihen die Mitstreiter zu haben, die das Talent für die Themen mitbringen. Dabei wird Teamwork großgeschrieben, unsere Veranstaltungen sind schweißtreibende Anstrengungen vieler“, so Kai Sackwitz. Den Auftakt vollziehen die Gastgeber mit der Faschingsaufführung für die Senioren am 1. Februar ab 15 Uhr. An den kommenden Wochenenden steigen denn jeweils vier Festsitzungen. (hy)




