Annaberg-Buchholz. Mit großer Freude und spürbarer Herzlichkeit wurde gestern im Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz ein neues, herausragendes Exponat für die Dauerausstellung übergeben: die Büste „Herzog Georg der Bärtige“ des Königswalder Bildhauers Friedhelm Schelter.
Die aus Cottaer Sandstein gearbeitete Büste zeigt den Kopf des Stadtgründers Herzog Georg der Bärtige (1471–1539) und ruht auf einem Eichenholzsockel mit geschnitzter Inschrift seines Namens und seiner Lebensdaten. Begonnen wurde das Werk bereits 2014 im Rahmen der 8. Annaberger Steinmetztage, später vollendet und mehrfach öffentlich präsentiert.
Dass das Werk nun dauerhaft in Annaberg-Buchholz verbleibt, ist ein großer Glücksfall: Mit Mitteln aus dem Sammlungsetat der Städtischen Museen konnte die Skulptur für die Öffentlichkeit gesichert werden. Andernfalls hätte sie in eine private Sammlung abwandern können – ein Verlust für die Stadtgeschichte, denn bildliche Darstellungen ihres Gründers sind vor Ort äußerst selten. Bisher besitzt das Erzgebirgsmuseum lediglich einen kleineren Gipsabguss nach dem ehemaligen Standbild am Buchholzer Tor, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und in den 1950er Jahren abgetragen wurde.
Als Vorbilder dienten Friedhelm Schelter unter anderem die bekannten Darstellungen von Lukas Cranach sowie das Standbild im Dom zu Meißen. Die markante Kopfform und der gestutzte Bart – das ikonische Kennzeichen Herzog Georgs – greifen diese Tradition auf, werden jedoch durch Schelters eigene Handschrift neu interpretiert. Der Künstler, der vor allem für seine realistischen Holzarbeiten und die Krippenfiguren in der Bergkirche St. Marien bekannt ist, beweist mit dieser Arbeit eindrucksvoll ebenso sein Talent im Umgang mit Stein.

Im Erzgebirgsmuseum wird die Skulptur künftig im ersten Raum der Dauerausstellung präsentiert, wo die Gründungsgeschichte der Städte Annaberg und Buchholz erzählt wird. In direktem Dialog mit einer zeitgenössischen Videoinstallation zum Annaberger Bergaltar und der Fotografie „Daniel Knappe“ von Rico Demuth entsteht ein spannungsvolles Ensemble, das Geschichte und Gegenwart kunstvoll miteinander verbindet.
„Unsere Führungen beginnen hier mit der Stadtgründungsgeschichte. Die Skulptur bietet einen unmittelbaren, emotionalen Zugang zu Herzog Georg und macht Geschichte anschaulich und lebendig“, betont Museumspädagoge Bastian Guthke den pädagogischen Wert des neuen Exponats. (PM)





