Aller guten Dinge sind drei- das beweist auch der Werdegang der Freiwilligen Feuerwehr Brand-Erbisdorf. Dem jetzt gefeierten soliden 150-jährigen Jubiläum der Rettungstruppe bedurfte es zum Start wiederholter Anläufe.
Brand-Erbisdorf. „Wir hätten heuer fast das 160-jährige Bestehen würdigen können, wären die ersten Gespräche von jenen seinerzeit um das Stadtwohl bemühten Mitbürger mit dem daran interessierten Turnverein in den 1860er Jahren erfolgreich verlaufen“, erinnerte Wehrleiter Uwe Kunath in seiner launig-informativen Festrede am Wochenende. „Spätestens mit dem verheerenden Brand von 1873 und 59 obdachlos gewordenen Einheimischen schien der tragische Impuls gegeben, dass eine Brandtruppe aufgestellt wird. Doch trotz der Bereitschaft von 30 Akteuren blieb es erneut nur beim Wollen.“
Schließlich formierte sich die freiwillige Abteilung nach weiteren zwei Jahren, wurde deren Tun zum 3. September 1875 besiegelt. Für 3.225 Mark wurde Technik beschafft, die Einsatzbekleidung hatten die Gründungsmitglieder selbst zu finanzieren. Die Feuertaufe erlebten die ehrenamtlichen Helfer 1876 bei einem Brand in Weißenborn. Ein schreckliches Feuer im August 1878 wie nachfolgende Szenarien bekämpften die Akteure so erfolgreich, dass Chronisten damals deren routiniertes Vorgehen und den offensichtlich guten Ausbildungsstand gegenüber anderen Abteilungen der Region in Zeitungsberichten extra hervorhoben.

Mit seinem kurzweiligen Rückblick nahm Uwe Kunath die über 130 Gäste der Festsitzung mit auf eine Zeitreise, skizzierte mit dem Werdegang der Feuerwehr die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Jahrzehnte. Der Bau von Gerätehäusern, die Beschaffung von Löschfahrzeugen aber ebenso die Reputation der Feuerwehrleute selbst sind zeitlose, stetig wiederkehrende Themen und wurden schon mit der Gründungsphase an von der wirtschaftlich-finanziellen Leistungskraft des Landes und der Kommunen bestimmt.

Schlaglichtartig erinnerte der Wehrleiter an Meilensteine, so an das erste Löschfahrzeug 1928 oder den zum 100. Geburtstag 1975 beschafften Tanker auf Ost-Lkw W 50. Der, weithin mit Kosenamen Elsbeth“ bekannt, rollt noch heute und ist selbst den Akteuren der Partnerfeuerwehr aus Dillingen an der Donau ein Begriff. 26 Frauen und Männer weilten zum Festakt und beweisen eindrucksvoll das bundesländerübergreifende Miteinander. Dieses wurde mit der Wende begründet und wird auch mit manchem, etwa durch Corona begründeten Tief, gepflegt. Mit pfiffigen Geschenk-Ideen gaben die Bayern am Sonnabend einmal mehr neue Impulse, die kameradschaftlichen Beziehungen aufzufrischen.

120 Frauen und Männer bilden aktuell die Basis einer einsatzbereiten Rettungstruppe. Manuel Knoll gehört zu heutigen Akteuren und verstärkt seit 2017 die Einsatzabteilung. Im Ehrenamt übt der 27-Jährige seinen Dienst aus: denn im Berufsleben arbeitet der gelernte Mechatroniker bei der Berufsfeuerwehr Chemnitz. „Ohnehin von dem Willen angetan, Mitbürgern zu helfen und sich in die Stadtgesellschaft einbringen zu wollen, wuchs das Thema Feuerwehr für mich zunehmend“, so der Löschmeister. „Wir sind eine eingespielte Truppe, die über das Einsatzgeschehen hinaus zusammenhält, sich unterstützt. Das schätze ich.“
Seit seinem Eintritt in die Jugendfeuerwehr 2007 gestaltet auch Florian Kräher seine Laufbahn in blauer Dienstunform. „Der Überredung hat es nicht bedurft, sind doch Vati Steffen und Bruder Christoph ebenfalls in der Wehr engagiert“, so der im Alltag tätige Polizeibeamte. „Das Miteinander der Generationen in der Wehr ist gegeben, wir verfügen über solide Technik, sind eine schlagkräftige Formation. Wir wissen untereinander, wie wir ticken, diese Gemeinschaft ist belastbar.“





