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Wenn die Kleingartenidylle der Windkraft weichen soll 

Herbstzeit ist Erntesaison- die Ergebnisse des unter dem Jahr geprobten Schauspielspektakels bringt das Sommertheater Falkenau mit Septemberauftakt auf die Bühne. Auf der geht es heuer in den Schreber-Garten.

Falkenau. „Von Zaun zu Zaun heißt unser diesjähriges Stück, welches wir am ersten Septemberwochenende aufführen werden“, erklärt Manja Mann, die erneut die Spielvorlage geliefert hat. „Mit unseren Geschichten aus dem Schrebergarten greifen wir ein bislang nicht behandeltes, aber die Gemeinschaft umso mehr bewegendes Thema auf.“
Binnen reichlich zwei Stunden werden die Hobbyschauspieler dem Publikum einen Spiegel des nachbarschaftlichen Lebens in der Sparte Falkenauer Flussland vorhalten.

„In der vermeintlichen Oase treffen die Typen des Alltags aufeinander“, so die Autorin weiter. „Da sind Dörte und Klaus, die eine beispielhafte Ökoparzelle hegen und pflegen. Oder Sarah und Henry, Vertreter der Hipster-Generation, deren bevorzugter Farbton Pink das Grün überlagert. Und wie könnte es anders sein, auch ein sich der Schwere des Arbeitsprozesses entziehendes Damentrio frönt ihrer Leidenschaft: dem Cannabisanbau in Gemeinschaft. Klar, dass da Meinungsverschiedenheiten aufkommen, es nicht allein beim Fachsimpeln um Gemüse- und Obstanbau bleibt.“

In diese Gemengegelage platzt ein behördliches Schreiben, welches die Emotionen in der Flussaue endgültig zum Kochen bringt: das Gartenland soll Stellplatz einer Windkraftanlage werden. „Jetzt ist guter Rat teuer“, so Manja Mann zum Geschehen. So widerstreitend die Typen in ihren Biografien, so einig ihr Entschluss: den Abriss ihres gepflegten Naturraums gilt es zu verhindern.

Geschichten von Zaun zu Zaun- Plakt des Sommertheaters Falkenau zu den Schrebergarten-Geschichten. Repro: Christof Heyden

Mit Wissen um dieses im Alltag gar nicht so seltene Geschehen, suchen sie ihre Chance. Denn mit dem Hinweis eines der Akteure, „dass da wahrlich ein seltsamer Vogel in unserem Biotop ansitzt“, ist die Idee geboren, die Naturschutzbehörde zu kontaktieren.

„Welche Entscheidung diese trifft und wie es mit der Schrebergarten-Gemeinschaft weitergeht, können Zuschauer vom 5.- bis 7. September zu drei Vorführungen erfahren. Restkarten sind für die Sonntagsvorstellung noch erhältlich“, so Manja Mann. „Wir werden unser Programm in der angestammten Szenerie des Naturbades bei jeder Wetterlage aufführen, allein Dauerregen würde dies verhindern.“ Mit der 2025er-Inszenierung bestreiten die Falkenauer zusammen mit Akteuren aus Nachbarkommunen die bislang 15. Saison ihrer weithin geschätzten Interessengemeinschaft. (hy)

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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