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Bergparaden wollen positives Lebensgefühl vermitteln

Stollberg. Aufbruchstimmung schürte die heute vollzogene Landesdelegiertenversammlung des Sächsischen Landesverbandes der Bergmann-, Hütten- und Knappenvereine in Stollberg. Nach zweijähriger Coronapandemie zeigten sich die über 100 Delegierten aus 63 Interessengemeinschaften entschlossen, ihrer brauchtumsorientierten Tätigkeit unbeirrt nachzugehen und für nachbarschaftlichen Nachhall zu sorgen.

„Der Bergbau prägte die Kultur und Werte einer Region. Diese werden gerade in schwierigen Zeiten mit zahlreichen Veränderungen mehr denn je benötigt. Die Gesellschaft braucht Halt und Orientierung, die wir vermitteln helfen“, motivierte der Freiberger Bernhard Cramer die versammelte Runde. Der Oberberghauptmann und Hochschulprofessor steht dem Fachbeirat der Vereinigung vor.

„Wir können gerade durch unsere Arbeit und beispielsweise mit den Bergparaden einen Beitrag leisten, den Mitmenschen etwas für ihr positives Lebensgefühl zu vermitteln. Diese Aufzüge zeigen unser Engagement und die Bodenständigkeit der Akteure. Dieses Bild sollten wir gerade nach einer Phase des Stillstands und nahezu zum Erliegen gekommener gesellschaftlicher Initiativen nun erst recht Städte tragen.“

Das Läuten einer Glocke und Entzünden eines Lichtes sind Rituale zu Beginn jeder Verbandsversammlung der Bergleute. Diesmal übernahm Horst Kippel dieses Ehrenamt. Foto: Christof Heyden

Ungeachtet zurückliegender schwieriger Monate schauen die Bergschwestern und Bergbrüder mit Optimismus voraus. Dabei galt der Dank engagierten Vereinsfreunden, von denen drei für ihr langjähriges Engagement gewürdigt worden sind. So wurden Franz-Peter Kolmschlag von der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft und ehemaliger Geschäftsführer des SLV sowie Udo Brückner, seit 31 Jahren Vorsitzender des Musikkorps der Stadt Olbernhau und Geschäftsführer des SLV, zu Hüttenmeistern ernannt.

Die Ehrung Bergmeister trägt nun Jens Hahn, der dem Verein IG Historischer Erzbergbau Lößnitz e.V.  seit 30 Jahre vorsteht. Er hat maßgeblich den Altbergbau in seiner Region erforscht und Stollen aufgewältigt. Er gilt als Pionier der Zusammenarbeit mit tschechischen Bergleuten.

Über 100 Delegierte vertraten die Interessen von jetzt 65 angeschlossenen Bergbrüderschaften mit 3.691 Mitgliedern in Sachsen. Foto: Christof Heyden

Derzeit zählt der SLV, nachdem zwei weitere Bergbrüderschaften aufngenommen worden sind, 65 angeschlossene Vereine mit 3.691 Mitgliedern. Darunter sind 900 Orchestermusiker. Zudem sind 368 junge Leute bis 16 Jahren aktiv dabei, davon musizieren 192 in einer der traditionsreichen musikalischen Formationen. Vorfreude macht sich jetzt breit, steht doch im September der 6. Sächsische Bergmannstag in Olbernhau auf dem Plan. Dann werden sich Tausende Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und Ausland zum größten aller fünf Jahre organisierten Standestreffen einfinden.

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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