Aufkleber soll Leben retten helfen

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Ein gelber Aufkleber an der Kinderzimmertür angebracht, soll Feuerwehrleuten im Notfall Information geben, wo die Kinder versteckt sein könnten. Foto: Christof Heyden

Dreieckig und neongelb soll er Signal geben: Der Kinderfinder. Der handtellergroße Aufkleber soll im Brandfall im heimischen Umfeld Leben retten helfen. Dieses Vorhaben treibt auch der Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen voran.

Freiberg. „Ein Wohnungsbrand, welcher meist durch den dichten Rauch bemerkt wird, bringt nicht nur Erwachsene in unsichere Situationen, sondern auch Kinder. Oft entscheiden Sekunden über das richtige Verhalten. Dunkelheit, Rauch und ungewöhnliche Geräusche rufen Angst hervorrufen; Kinder neigen dann dazu, sich zu verstecken und sich so gefühlsmäßig in Sicherheit zu bringen“, erläutert Roy Schlesinger, Kreisjugendfeuerwehrwart, die Ereignis-Situation.

„Für die Retter ist das Haus aber unbekannt. Sie kennen die Grundrisse nicht, wissen nicht, wo Kinderzimmer beziehungsweise Schlafräume sind. Die Feuerwehrleute haben nur wenige Minuten, um die Kinder zu finden; denn mit jedem Atemzug nehmen vermisste Kinder womöglich gefährliche Rauchgase zu sich. Der Kinderfinder setzt genau hier an: Er soll den Feuerwehrleuten zeigen, dass sich hinter der Tür, an der der Kinderfinder angebracht ist, ein Kinderzimmer befindet. So wissen die Feuerwehrleute direkt, wo eine intensivere Suche erforderlich ist.“

Ein gelber Aufkleber an der Kinderzimmertür angebracht, soll Feuerwehrleuten im Notfall Information geben, wo die Kinder versteckt sein könnten. Roy Schlesinger hat als Kreisjugendfeuerwehrwart das Vorhaben im Landkreis inititiiert. Foto: Christof Heyden

Mit einer konzertierten Aktion wollen die 119 Kinder- und Jugendfeuerwehren mit fast 1.800 Mitgliedern in Mittelsachsen jetzt den Kinderfinder bekannter machen. „Wir haben 30.000 Stück zugleich mit einem kindgerecht aufgearbeiteten Informationsblatt herstellen lassen“, so Roy Schlesinger. „Kinder und Eltern sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit dem Thema Brand und Hilfeleistung zu beschäftigen.

Im Flyer ist mit einer Comic-Zeichnung erklärt, wo der Kinderfinder angebracht wird und wie man sich im Brandfall richtig verhält. In einer Wortbildsprache wir zudem das Absetzen des Notrufes erklärt. Und wir nutzten die Gelegenheit, erneut auf die Wichtigkeit von Rauchmeldern hinzuweisen“, so der Freiberger Chef des Kreisjugendfeuerwehrverbandes Mittelsachsen e.V.
„Die Kinderfinder mit Flyer werden durch die jeweiligen lokalen Feuerwehren des Landkreises herausgegeben. Diese können dann zu den jeweiligen Veranstaltungen in Schulen oder Kindertagesstätten oder zum Tag der offenen Tür herausgegeben werden“, so Roy Schlesinger.

In Zusammenarbeit von Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen und seiner Nachwuchsorganisation, der Jugendfeuerwehr, sowie dem Freiberger Rotary Club, der das Projekt mit einer Geldspende in Höhe von 2.500 Euro maßgeblich mitfinanziert, ist das Vorhaben Kinderfinder initiiert worden. Zum Treff von Helmut Mischo, links, Martin Sobcziik sowie Erik Hennings von den Rotariern und Roy Schlesinger, Jugendfeuerwehrwart und Michael Tatz, Vorsitzender des KFV, wurden die ersten Exemplare der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Christof Heyden

Der verweist auf die tatkräftige Unterstützung durch den Freiberger Rotary Club. „Dieser hat das Projekt mit einer Geldspende in Höhe von 2.500 Euro maßgeblich mitfinanziert und so insgesamt mehr als ein Drittel der Gesamtkosten übernommen. Somit zeigen auch die derzeit 42 angeschlossenen Rotarier, wie wichtig ihnen Prävention im Bereich Brandschutz ist“, freut sich der 32-jährige Hauptlöschmeister.