Zu 5. Mal standen zum Bauernmarkt in Frankenberg Pilze im Blickpunkt. Pilzberater Jörg Oehme aus Flöha gehörte zu den Machern dieses Angebots mit über 100 Arten aus hiesigem Wald.
Frankenberg / Flöha. Bei hochsommerlichen Temperaturen ist am Wochenende ein stimmungsvolles Herbstfest in der Barkasstadt veranstaltet worden. Mit dem Engagement der Wettermacher haderten indes ein wenig die Pilzberater der Region: „Uns fehlt Feuchtigkeit, bei mehr Wasser hätten wir eine noch umfangreichere Ausstellung gestalten können, aber wir begeistern uns nun einmal für ein Naturprodukt“, zieht Jörg Oehme dennoch sehr zufrieden Resümee.

Über 100 Arten hatte der fachkundige Flöhaer zusammen mit Stefanie und Dietmar Kobrow aus Chemnitz als die Hauptmatadoren des Programmpunktes zusammengetragen. „Bereits am Freitagvormittag waren wir zu einem fast fünfstündigem Waldgang unterwegs, um Pilze aber auch Dekomaterial für die Ausgestaltung der Ausstellung zu sammeln“, so der Pilzberater. Neben mehreren Körben voller Exemplare, die von handtellerklein bis unterarmgroß reichten, zählten Wurzelwerk, Rinde und Zapfen zu den Sammelstücken.
Von Anistrichterling über Täublinge, Steinpilze und Vitalpilze bis hin zum Zunderschwamm wurden die Experten fündig.

„Dabei waren wir nicht nur um Chemnitz und Flöha unterwegs, auch im Erzgebirge haben wir für eine abwechslungsreiche Schau gesucht“, so Stefanie Kobrow. Die stellte Erdsterne vor, zeigte den Sporenflug des orangeroten Becherlings und wusste die Eigenschaften des Glänzenden Lackporlings zu benennen.
Einen Freitagnachmittag lang arrangierten die Pilzfachleute die Biergarnituren für die Schau, drapierten in kleinteiliger, teils filigraner Arbeit ihre Exemplare auf grüner Auslegeware, betteten beispielsweise Steinpilze in einem Ensemble ein, legten jeweilige Pilzfakten zu den Stücken aus.

„Wir haben ein Kartei-Infosystem immer dabei, unsere Pilzdatenbank umfasst über 120 Gattungen, die über 950 Arten insgesamt ausmachen. Neben deutscher Bezeichnung ist der lateinische Begriff vermerkt, dazu die Eckdaten zu seinen Eigenschaften, so ob giftig, ungenießbar oder Speisepilz“, so der 67-Jährige weiter. „Die meistgestellte Frage des Publikums lautet Kann man den essen? Und dazu die Nachfrage, ob man Pilze, die wir zeigen, konservieren kann oder ob die noch von Ausstellungen aus dem Vorjahr stammen, weil weniger versierte Zeitgenossen in kargen Zeiten wenig finden.“

Die nächste große Pilzausstellung bereiten die drei Pilzberater jetzt für den Oktobermarkt im Wasserschloss Klaffenbach am 5. Oktober 2025 vor. (hy)





