Schloss Augustusburg präsentiert ab Samstag, 27. September, in einer neu konzipierten Ausstellung auf 1.100 Quadratmetern 25 ausgewählte Kutschen und Schlitten. Von prächtigen Staatswagen bis hin zu Kutschen für das alltägliche Leben.
Augustusburg. Die Sammlung zeigt die Kulturgeschichte der Mobilität vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Dann können Besucher Technik, Handwerk und Kulturgeschichte auf kreative Weise erleben. Gezeigt werden Exponate aus verschiedenen Bereichen: Höfische Wagen, Schlitten, Nutz- und Transport- sowie Stadt- und Gesellschaftswagen – eingebunden in Szenen, die einen Eindruck der Zeit und Lebenssituationen vermitteln.
Die vier herrschaftlichen Wagen in der Ausstellung sind Dauerleihgaben der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und eng mit dem kurfürstlichen und königlichen Hof verbunden.
Der Galawagen von 1876/77 springt unmittelbar ins Auge – das liegt nicht nur an den sechs Pferden, die ihm in der Ausstellung vorgespannt sind. Das Fahrzeug von Hofwagenbauer Heinrich Gläser ist reich verziert: Die sächsische Raute findet sich im Königswappen und auch als gestalterisches Element auf dem Kasten und den Rädern. Die Galakutsche kam im Juni 1878 bei den Feierlichkeiten zur Silberhochzeit des Königs Albert von Sachsen (1828–1902) mit Carola von Wasa-Holstein-Gottort (1833–1907) zum Einsatz.

Ein weiteres Highlight ist der prächtige Staatswagen aus dem Jahr 1790. Kurfürst Friedrich August I. (1750–1827) ließ ihn eigens für die Krönungsfeierlichkeiten des Kaisers 1790 fertigen. Die Berline des Wagenbauers Johann Christian Ginzrot aus Straßburg nutzte der Kurfürst bei den Feierlichkeiten als ersten Gesandtschaftswagen.
Das neue Kutschenmuseum rückt in einem anderen Themenraum Alltag und Arbeit in den Fokus: Ein Posttransport-, ein Bäckerwagen und ein Wagen für Spazierfahrten zeigen die Mobilität der bürgerlichen und bäuerlichen Schichten.

Ein Exponat stammt zudem aus der eigenen Schlossgeschichte. 1802 fertigte die Wagenbaufirma La War eine Handdruckfeuerspritze speziell für das ehemalige Jagdschloss. Das Zweizylinderpumpwerk wurde durch Wippenbalken betätigt. Sechs Personen waren notwendig, um die Feuerspritze zu bedienen, Pferde zogen die schwere Pumpe. Wahrscheinlich war der Wagen auch im Einsatz, als 1831 das Brunnenhaus brannte.





