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Im Miniaturpark wird demnächst gestoßen und gestampft

In die älteste Miniaturschau Deutschlands zieht ein Bergbauobjekt als jüngsten Modell ein: das Siebenschlehner Pochwerk bereichert die Miniaturwelt aus über 210 Exponaten und Landschaften. Es begründet zugleich die Kooperation zwischen Bastlern und Welterbeverein.

Oederan. Das Klopfen des traditionsträchtigen Siebenschlehner Pochwerks aus Schneeberg wird ab dieser Sommersaison in Oederan zu erleben sein. Im Miniaturformat bereichert das auch Stampfmühle oder Pochhammer genannte Utensil des Bergbaus die Liliputwelt des Klein Erzgebriges. Der Nachbau der Maschine zum Zerkleinern von Erzen und sein Standortensemble ordnet sich jetzt in die Erlebniswelt Montanregion Erzgebirge in der ältesten Ausstellung ihrer Art in Deutschland ein.
Das Modell wurde zum Kindertag vom Geschäftsführer des Welterbe-Vereins Steve Ittershagen und dem Vorsitzenden des Bastlervereins Michael Keller feierlich eingeweiht. Auf rund vier Quadratmetern findet es im Welterbe-Ausstellungsbereich der Schau unter einem Dutzend weiterer Objekte der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří seinen Platz.

Steve Ittersagen vom Welterbeverein, rechts, und Michael Keller von den Oederanern weihen das Modee des Siebenschlehner Pochwerks in der Miniaturwelt Oederan offiziell ein. Foto: Christof Heyden


Die Miniatur stammt aus dem privaten Bestand von Steve Ittershagen, der es dem Park als Dauerleihgabe übergibt. „Das Modell ließ vor geraumer Zeit die Stadt Schneeberg für einen eigene Ausstellung anfertigen. Im Zuge der Erweiterung und Erneuerung setzen deren Verantwortliche jetzt auf beständigere Objekte aus Kunststoff. So gelangte das überwiegend hölzerne Exemplar in unsere Hände als Welterbe-Initiatoren. In Zusammenarbeit mit den Akteuren des Klein Erzgebirges reifte daraufhin die Idee, das Teil im Park aufzustellen, wo bereits seit über einem Jahrzehnt das Vorhaben Montanregion umgesetzt wird“, so Steve Ittershagen.

Für den Mittelsachsen ist die Übergabe ein besonderes Anliegen: „Für unser Welterbe ist das Klein- Erzgebirge ein ganz besonderer Ort. Auch wenn Oederan selbst nicht unmittelbar Teil des Welterbes ist, zählt der Miniaturpark zu den beliebtesten touristischen Einrichtungen der Region. Als Welterbe-Verein wollen wir sechs Besucherzentren im sächsischen und böhmischen Erzgebirge errichten. Das Klein Erzgebirge ist bereits ein solcher Ausgangs- und Informationspunkt für derart Erlebnisse, und dies ganz im Sinne seines Konzeptes einer Miniaturwelt.“

Ein BLick wird ins Innenleben des Siebenschlehner Pochwerks möglich. Foto: Christof Heyden


Michael Keller zeigte seine Genugtuung, dass mit dem symbolischen Einweihungsakt zugleich ein Auftakt für eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Welterbe- und Bastlerverein vollzogen wird. „Dank einer Förderung aus dem Kleinprojektefonds des Welterbe Montanregion Erzgebirge hält nun auch das UNESCO-Welterbe offiziell Einzug in unsere Ausstellung. Bereits vorhandene Welterbe- Objekte im Park werden künftig mit zusätzlichen Informationen versehen, so dass die großen und kleinen Gäste bei ihrem Rundgang spannende Einblicke in die Montanregion erhalten“, so der Oederaner. Auch der unterstrich den Vorbildcharakter für die touristische Entwicklung des Erzgebirges, welcher sich aus dieser Kooperation für die Beteiligten ergibt. 

Horst Drichelt, gilt als ehemaliger Vorsitzenden des Miniaturparks als Initiator dieses thematischen Gestaltungsbereichs der Schau. „Ende der 2000er-Jahre verfolgten wir schon mit großem Interesse die Visionen vom Ideengeber Professor Helmuth Albrecht. In der Frühphase war er mit dieser Idee schon bei uns zu Gast. Klar sahen wir darin Potenzial und wurden Verfechter der Welterbe-Idee. Schon in der langen Antragsphase setzen wir das Konzept mit ersten Miniaturen um. Es war ein ermutigendes Gefühl, als wir diese Modelle erstmals beim „Tag der Sachsen“ in Oelsnitz/Erzgebirge im Jahr 2010 und in Freiberg 2012 präsentierten und das aufgeschlossene Interesse des Publikums spürten.“

Steve Ittersagen vom Welterbeverein und Michael Keller von den Oederanern weihen das Modee des Siebenschlehner Pochwerks in der Miniaturwelt Oederan offiziell ein. Foto: Christof Heyden


Haben die Oederaner in einem ersten Schritt den Gebäudekomplex des Pochwerks für die Ausstellung aufgearbeitet, soll jetzt das Innenleben nachfolgen. Durch eine im Dach eingelassene Scheibe wird der Blick auf das Pochwerk und seine Stoßhämmer freigegeben. Dieses werden die Bastler jetzt für den Betrieb vorbereiten, so einen dafür erforderlichen Graben für das die Energie gebende Wasser anlegen. Dann kann gestampft werden. (hy)

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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