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Knusperhexe bekommt 270 Pfefferkuchen frisch geliefert

Eine herzhaft-süße Fracht geht aus der Bäckerwerkstatt in Falkenau an das Opernhaus in Chemnitz: 270 Pfefferkuchenherzen als Nachschub für die Oper Hänsel & Gretel.

Falkenau. Die haben Meister Ralf Forberger und sein Team für den Kulturtempel gebacken: als wichtiges Ausstattungsutensil der Märchenoper Hänsel und Gretel. „Wenn ab Anfang Dezember wieder die romantische Oper Humperdincks auf die städtische Bühne kommt, zieren die Pfefferkuchenstücke die Hütte der Hexe und die Chorknaben werden Spielabend für Spielabend an dem einen und anderen Pfefferkuchenherzen knabbern“, freut sich Bettina Kunze.

Die 45 Jahre im Knuspergeschäft tätige Bäckerin hat unter der Woche die genießbaren Kulissenelemente gefertigt und mit Zuckerglasur verziert. „Die klassischen Pfefferkuchen mit Honig sind nach einem Familienrezept des Forberger-Opas gefertigt, jedes Stück etwa 300 Gramm schwer“, so die Falkenauerin.

Auch die Dachschindeln für das Hexenhaus bestehen aus Teig mit Zuckerglasur hat Bäckerin Bettina Kunze angefertigt. Foto: Christof Heyden

Seit über 30 Jahren hat der Familienbetrieb diese schmackhafte Zuliefereraufgabe inne. „Die haben wir mit der Premiere des Opernstückes in der Regie von Steffen Piontek am 9. November 1991 übernommen und seitdem etwa 9.000 Pfefferkuchen fürs Rampenlicht gefertigt“, erklärt Bettina Kunze. All die Jahre hat ihr Bruder, Matthias Kunze, die Transportaufgabe übernommen. Nicht als Backfachmann sondern als Mitglied der Sängerensembles.

„Seit 1988 als Erster Tenor im Opernhaus engagiert, war es bald gern gepflegter Usus, den Kollegen die eine oder andere Leckerei mitzubringen“, so Matthias Kunze. „So ergab sich damals die Nachfrage, ob die Falkenauer Bäcker auch Pfefferkuchen für die geplante Inszenierung fertigen würden. Gesagt-getan, Meister Ralf Forberger war dabei“, so der 63-jährige Künstler, der schmunzelnd verrät, dass ihm die Sangeskollegen schon bald den Spitznamen Der Kunze-Bäcker verliehen hatten.   

Größte Herausforderung: Japanische Schriftzeichen als das Stück auf Reisen nach Fernost ging. Foto: Christof Heyden

„Unterdessen ist es Routine, die Pfefferkuchen herzustellen und zu beschriften“, fügt Bettina Kunze hinzu. „Indes war es die größte Herausforderung, jene Herzen zu beschriften, die für ein Gastspiel des Stücks in Japan bestimmt waren. An den fernöstlichen Schriftzeichen habe ich lange getüftelt.“
Mit der jüngsten Lieferung des Gebäcks verbindet sich auch ein kleines Jubiläum: die Auftakt-Aufführung am 9. Dezember 2023 ist die 250. Vorstellung des beliebten Märchenopern-Klassikers in Chemnitz.  

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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