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Mittwoch, 17. Juli 2024

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Wanderung auf den Spuren der versunkenen Stadt Preßnitz

Auf Schusters Rappen und der Schmalspurschiene planen Erzgebirger beiderseits des Grenzbaches ein ehrgeiziges neues Erlebnisformat: Wandernd und mit der Dampfbahn soll ein Ausflug in die sächsisch-böhmischen Geschichte gestartet werden.

Jöhstadt/Schmalzgrube. Am kommenden Sonnabend laden die Akteure der Preßnitztalbahn und der Interessengemeinschaft Preßnitz lebt! zu einer heimatkundlich-kulinarischen Wanderung ein. „Die steht thematisch im Zeichen der der Region den Namen gebenden verschwundenen freien Bergstadt Preßnitz und böhmischer Geschichte“, erklärt Gerald Seifert vom Vorstand der IG Preßnitztalbahn. „Zwei seit langem um Land und Leute bemühte Initiativen organisieren erstmals unterstützt von weiteren Anrainern wie das Hammerwerk Schmalzgrube eine solche Veranstaltung, mit der wir über Ortsgrenzen hinaus Akzente setzen wollen.“

Gerald Seifert, links und Jürgen Herold gehören seitens der IG Pressnitztalbahn zu den Mitorganisatoren, auch sie tauschen ihre Fahrgleise mit dem Wanderweg. Foto: Christof Heyden

Jürgen Herold, Marketingchef der Schmalspureisenbahner verweist darauf, dass das rollende Technische Denkmal unter seinem Namen einen hohen Bekanntheitsgrad über Sachsens Landesgrenzen hinaus genießt, aber die Region selbst bislang noch zu wenig in den Blickpunkt gerückt ist und ihr Potenzial nicht ausreizt. „Daher wollen wir gemeinsam Aktivitäten entwickeln, die die Erlebnismöglichkeiten in unserem Preßnitztal aufwertet und zum Besuch einladen.“

Die geführte mit Serviceangeboten bereicherte Tour führt über eine rund 10 Kilometer lange Distanz. „Sie beginnt am Bahnhofsgebäude in Jöhstadt und führt zum Preßnitzstaudamm mit Begehung der Staumauer sowie am Christophhammer auf böhmischer Seite vorbei zum Ziel Hammerwerk in Schmalzgrube. Hier werden wir zudem historische Filmaufnahmen vorführen, die die frühere Stadt Preßnitz zeigen. Zudem laden wir zu Gesprächsrunden ein“, beschreibt Mario Eberlein die auch von IG Preßnitz lebt! vorangebrachte Idee.

Wanderung im Pressnitztal: die Grafik der Veranstalter zeigt den rund 10 Kilometer langen Wanderweg mit acht Stationen zwischen Sachsen und Böhmen. Srat Bahnhof Jöhstadt, Ziel der Hammer in Schmalzgrube. Repro: Christof Heyden

Acht Stationen haben die Organisatoren vorbereitet, an denen Informationen vermittelt werden. So, dass das Schicksal der Stadt mit der Füllung der Talsperre 1976 beschlossen war.  „Heimatpflege und Traditionsbewusstsein sollen für uns keine bloßen Worthülsen sein, vielmehr ist es unser Anliegen, diese durch derart Angebot begreif- und nacherlebbarer zu machen“, so der Steinbacher.

„Der Teilnehmerpreis umfasst auch ein zünftiges Kaffeetrinken mit frischem Kuchen sowie eine deftige Lagerfeuerrunde im Hammer Schmalzgrube.“ Der gelernte Küchenmeister verrät, dass ein Preßnitzertaler Grillstück mit Bergwiesenkräutern erstmals den Teilnehmern munden soll.

Einladung und Plakat zur Wanderung Preßnitz lebt? Repro: Christof Heyden

    
„Die Rückfahrt nach Jöhstadt erfolgt individuell mit dem planmäßig verkehrenden Zug der Preßnitztalbahn um 17:25 Uhr ab Schmalzgrube“, ergänzt Gerald Seifert. „Alternativ kann auch mit einem Diesel-Sonderzug um 19:00 Uhr ab Schmalzgrube zum Ausgangspunkt nach Jöhstadt zurück gekehrt werden.“  

Veronika Koupkova von der IG Pressnitztal lebt! zeigt sich hoffnungsvoll. „Über Jahre gibt es bereits unterschiedlichste Aktivitäten, jetzt ziehen wir an einem Strang, uns gelingt die Vernetzung beiderseits des Grenzbaches“, so die seit Jahren engagierte tschechische Lehrerin. Die zeigt sich entschlossen, künftig noch weitere derartige Kombi-Veranstaltungen zu organisieren.

Für die Veranstaltung ist unbedingt eine Voranmeldung in der Geschäftsstelle der IG Preßnitztalbahn im Bahnhof Jöhstadt erforderlich. Die Teilnehmerzahl bleibt beschränkt.

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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