Einzigartiges Zeitzeugnis der Montanregion bedarf dringender technischer Hilfe

Es gilt als letztes originales und funktionstüchtiges Wasserrad im deutschen Erzbergbau: das Turmhofer Pochwerksrad. Bergbaufreunde rufen zur Crowdfunding-Aktion für den weiteren Erhalt heraus. Es besteht Handlungsbedarf.  

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Freiberg. 180 Jahre hat das unterdessen rare Zeitzeugnis in einem Schacht in Freiberg seinen Platz. Bis Sommer 2025 drehte es Dank der Erhaltungsarbeiten von Bergbaufreunden noch seine Runden. Doch ein Schaden an der Welle hat den Schaubetrieb vorerst gestoppt. Funktionsuntüchtig verharrt der 21 Tonnen Koloss in Ruheposition und hofft auf technische Hilfe.

Das Turmhofer Pochwerksrad wurde für den Antrieb eines Nasspochwerkes zur Erzaufbereitung gebaut und war von 1846 bis 1889 in Betrieb. Es ist das letzte noch weitgehend original erhaltene, funktionsfähige Wasserrad im deutschen Erzbergbau. Es ist Bestandteil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.

Stefan Thiem und Karl-Heinz Eulenberger (r.) haben den Schaden an der Welle des imposanten Wasserrades bei Wartungsarbeiten festghetsellt. Foto: Christof Heyden

Eine ständige Bewässerung des Rades aus Lärchenholz ist Voraussetzung für den Erhalt des technischen Denkmals. Die Reparatur des Wasserrades ist geplant, doch Fördermittel stehen vorerst nicht in Aussicht. Die Vereinsfreunde haben Angebote eines Mühlenbaubetriebes sowie eines Metallbauers eingeholt, die bereits in der Vergangenheit Modernisierungsarbeiten mit ausgeführt haben.

Für die Reparatur wird ein bereits vorhandenes Stahlgerüst durch das 21 Tonnen schwere Wasserrad geschoben, um es mit 4 Hydraulikzylindern anzuheben. Danach erfolgt die Erneuerung eines Radlagers sowie der Austausch von Teilen der hölzernen Radwelle. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Rad wieder funktionsfähig und bei Gästeführungen zu besichtigen sein.

Laut Projektkoordinator und Geoingenieur Stefan Thiem beläuft sich die Reparatursumme auf 36.000 Euro. In Zusammenarbeit mit der Sparkasse ist seit 1. Oktober eine Spendenaktion angelaufen, diesen Beitrag einzuwerben.
Gesucht sind Unterstützer dieses Vorhabens. Unter dem Projektlink Instandsetzung Turmhofer Pochwerksrad Reparatur www.99funken.de/turmhofer-pochwerksrad ist die Aktion zu unterstützen. Der Kontakt für Fragen steht unter 03731 / 1600 (SAXONIA-FREIBERG-STIFTUNG)

Bereits 0 Mal geteilt!

WEITERE BEITRÄGE AUS DIESER KATEGORIE

Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

Beiträge mit ähnlichen Schlagwörtern