Eintauchen in die Zeitgeschichte wie vor über 100 Jahren- dieses Erlebnis bot das Freilichtmuseum Seiffen am Wochenende. Für Stunden wurde Besuchern in der Spielzeugmachergemeinde eine besondere Kulisse geboten.
Seiffen. Die ohnehin sehenswerte Schau von Sachzeugnissen der Zeitgeschichte wurde belebt: Akteure des Darstellungsvereins Sachsen und Fans für Rollenspiele besiedelten für einen Tag den weitläufigen Museumsflecken. Staunend verfolgten Gäste aller Altersklassen die Aktionen der Darsteller in der Miniwelt des Erzgebirges.
Begeisterung weckte die Ankunft einer vierspännigen Postkutsche, die die neusten Nachrichten aus der Landeshauptstadt Dresden brachte. Darunter einer Order der Gendatmerie-Obrigkeit: Paschern, also Schmugglern, trieben in der Region ihr Unwesen, würden unerlaubte Materialien und frivole Druckerzeugnisse heimlich über die Grenze schleusen.

Aus diesem Grunde weilte eine Kompanie der königlich-sächsischen Jäger in dem Grenzort des Königsreichs im Erzgebirge, um mit den Beamten des benachbarten Kaiserreichs Österreich den Paschern das Handwerk zu legen und sie zu arretieren. Diese Vorführungen verfolgten Besucher aufmerksam. Genau wissbegierig statteten sie den historischen, liebevoll gepflegten Museumshäusern ihre Stippvisite ab. Darin lernten sie die Gewerke des Holzspielzeugmachers kennen, erfuhren, wie Reifentiere hergestellt werden, was ein Korbflechter leisten musste und was per Pappmaché dargestellt wurde. (hy)





