Sensenquetsche und Liedertafel warten auf Publikum

0
320
Nein, nein. Regine Seifert lebt nicht auf so großem Fuß. Die Ehrenvorsitzende des Erzgebirgzweigvereins will zum Museumstag am Sonntag vielmehr eingie der gesammelten Raritäten vorstellen. Und dazu zäheln diese Kutscherstiefel. Foto: Christof Heyden

Den bevorstehenden 17. Mai 2020 haben Mitglieder des Erzgebirgszweigvereins Hormersdorf fest im Blick. Zum internationalen Museumstag wollen sie ihre neuesten Exponate vorstellen.

Hormersdorf. Angesichts der begonnenen Lockerungen im Zuge der Corona-Pandemie wollen soe an diesem Aktions-Sonntag die Türen zum Heimatmuseum öffnen. „Wir werden am internationale Museumstag teilnehmen und Interessierte zum realen Ausstellungsbesuch einladen“, sagt Ehrenvorsitzende Regine Seifert.
Die hat mit ihrem Gastgeberteam die Vorbereitungen getroffen, die geltenden Hygienestandards umzusetzen. So werden Gäste einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen, wie Desinfektionsmittel bereitstehen und eine bestimmte Anzahl Gäste mit Sicherheitsabstand auf die Räume begrenzt bleiben wird.

„Wir haben noch vor dem Corona-Lockdown Exponate herhalten, die wir jetzt gern einmal unserem Besuchern vorstellen wollen“, erklärt Vereinsvorstand Karl-Heinz Weisbach. „Dazu zählt beispielsweise eine Sensenquetsche, die eine absolute Rarität darstellt. Damit wurde das Mähwerkzeug der Bauern gleichermaßen gezogen und geschärft. Das noch weit vor dem II. Weltkrieg stammende Exemplar haben wir aus dem Nachlass von Einheimischen genauso zur Verfügung gestellt bekommen, wie die Liedertafel von 1924.“ Dabei handelt es sich um eine nahezu mannshohe Bildermontage, die alle ehemaligen Mitglieder des Gesangsvereins vorstellt.

Die Sammler im Heimatmuseum sind stolz, dieses Exponat ebenso jüngst von einer Angehörigen erhalten zu haben, erweist es sich doch als reizvoller Bildbeweis der einstigen Kulturschaffenden im Dorf. 

Karl-Heinz Weisbach will zum Museumstag den neu eingereihten Sensenquetscher vorstellen, mit dem einst die Schnittmesser gezogen und geschärft wurden. Foto: Christof Heyden

Mundartmoderatorin und Musikantin Regine Seifert verweist zugleich auf das ebenso seltene Kinderharmonium, eine in der Ausstellung gezeigte Rarität aus früheren Kinderstuben. „Quasi das Keyboard der Uromis, mit den Füßen wurde ein Blasebalg aufgeblasen, die Luft wurde durch Stimmlippen gedrückt und statt mit einer Tastatur wurde mittels Metallstäben das jeweilige Tonloch geöffnet“, so die Hormersdorferin.

Die freut sich zudem, auch bislang weniger im Rampenlicht stehende Sammelstücke zeigen zu dürfen. „Dazu zählen auch die riesengroßen Kutscherstiefel. Wie und warum diese angezogen worden sind, werde ich zum Museumstag erklären.“

Veranstaltungstipp: Internationaler Museumstag im Heimatmuseum Hormersdorf, 17. Mai 2020, von 14 – bis 18 Uhr, Eintritt frei, Spende erbeten