Sicherheitsabstand ist Hauptunfallursache

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Im Jahr 2018 wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz 24.196 Verkehrsunfälle erfasst. Das sind reichlich zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Archivfoto: Christof Heyden

Die Polizei zieht Unfall-Bilanz für 2018: Im Dienstbereich Chemnitz/Erzgebirge sind weniger Verkehrsunfälle aber insgesamt mehr Verletzte und getötete Verkehrsteilnehmer zu beklagen

Chemnitz. Im Jahr 2018 wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz  24.196 Verkehrsunfälle erfasst. Das geht aus dem heute veröffentlichten Unfallbericht 2018 hervor. Demnach sind dies 555 Unfälle (- 2,2 Prozent) weniger als 2017 und entspricht dem landesweiten Trend. Dabei verteilen sich die Verkehrsunfälle regional nahezu gleichmäßig auf die Stadt Chemnitz (33 Prozent), den Landkreis Mittelsachsen (32 Prozent) und den Erzgebirgskreis (35 Prozent).

Bei 2.582 Unfällen mit Personenschaden (2017: 2.473) erlitten 3.435 Menschen Verletzungen (2017: 3.253).  Dabei stieg sowohl die Anzahl der Schwerverletzten um 108 auf 962 als auch die Anzahl der Leichtverletzten um 74 auf nun 2.473 an. Im Jahr 2018 verloren 42 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, sieben Menschen mehr als 2017.

Laut Polizeirat Stefan Auge (37), Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz: „Nach einem Rückgang im Jahr 2017 ist ein merklicher Anstieg bei Verkehrsunfällen mit verletzten Personen in unserem Zuständigkeitsbereich und dem gesamten Freistaat zu verzeichnen. Gerade mit Blick auf die immer besser werdenden technischen Schutzeinrichtungen von Fahrzeugen wäre hier eher ein Rückgang der Verletzten und tödlich Verunglückten zu erwarten. Diese Entwicklung ist kritisch. Insbesondere mit Blick auf die Hauptunfallursachen ‚ungenügender Sicherheitsabstand‘ und ‚unangepasste Geschwindigkeit‘ ist hier die Polizei gefordert, um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken.“

Bei 21.614 Unfällen blieb es bei Sachschäden. Das sind 664 Unfälle weniger als im Jahr 2017 (- 3,1 Prozent).  

Auch zwischen Bus und Pkw hat es gekracht. Archivfoto: Christof Heyden

Aus dem Bericht wird deutlich, dass an knapp einem Fünftel aller Unfälle (4.123) 2018 junge Fahrer im Alter von 18 bis 25 Jahren beteiligt waren. Getötet wurden in dieser Risikogruppe drei Menschen Bei 6.142 Unfällen waren Fahrer der Generation 65+ beteiligt. Das heißt, bei jedem vierten Unfall im Jahr 2018 war ein Verkehrsteilnehmer der Generation 65+ involviert. Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei der Anzahl der Verletzten und Getöteten dieser Altersgruppe wider. 19 Menschen dieser Altersgruppe verloren 2018 bei Unfällen ihr Leben und 562 Menschen dieser Altersgruppe wurden bei Unfällen verletzt. 

An 386 Verkehrsunfällen waren Fußgänger beteiligt, was einem Anteil von 1,6 Prozent an der Gesamtunfallzahl entspricht. 340 Personen wurden bei diesen Verkehrsunfällen verletzt. Elf Fußgänger, und damit sieben mehr als im Jahr 2017, verloren dabei ihr Leben.

Weitere 604 Verkehrsunfälle wurden mit Beteiligung von Rad- oder Pedelecfahrern aufgenommen, was einem Anteil von 2,5 Prozent des Gesamtunfallaufkommens entspricht. Bei Unfällen mit Personenschaden ist der Anteil mit 17,7 Prozent deutlich höher. Bei 458 Verkehrsunfällen erlitten 472 Personen Verletzungen und fünf Personen wurden getötet. 

Im Direktionsbereich Chemnitz/Erzgebirge verloren 42 Menschen ihr Leben. Archivfoto: Christof Heyden

Zudem wurden im Jahr 2018 weitere 2.670 Wildunfälle erfasst, was einem Anteil von 11 Prozent entspricht. Dies sind 209 Unfälle mit Wildbeteiligung mehr als im Vorjahr und der höchste Wert in den vergangenen fünf Jahren. 

Die Zahl der Straftaten nach § 142 StGB (Unfallflucht) liegt mit 5.058 und damit 51 Fällen mehr auf dem Niveau des Vorjahres. 2018 entfernte sich, wie auch 2017, bei jedem fünften Unfall wenigstens einer der Beteiligten pflichtwidrig vom Unfallort.  2.294 Fälle (46,3 Prozent) aller Unfallfluchten wurden aufgeklärt. Bei Unfallfluchten mit Personenschaden liegt die Aufklärungsquote mit 59,6 Prozent noch höher. In 130 der 218 Fälle konnte der Verursacher ermittelt werden. 

Die Hauptunfallursachen:

  1. ungenügender Sicherheitsabstand“ (3.050)
  2. unangepasste Geschwindigkeit“ (1.850)
  3. Fehler beim Wenden/Rückwärtsfahren“ (1.609)

Alkoholeinfluss war Ursache für 363 Verkehrsunfälle. (2017: 338). Zumindest erfreulicher: Kein Mensch verlor dadurch sein Leben.