Mit einer Festsitzung haben Feuerwehrleute, Vertreter der Gemeinde, des öffentlichen Lebens und des Feuerwehrwesen das 150-jährige Jubiläum der FFW Großhartmannsdorf Arno Päßler gewürdigt.
Großhartmannsdorf. Das Feuer prasselte im Ofen des Saales, der Wirt des Gasthofes an der B 101 hatte zum Festakt am Freitagabend tüchtig eingeheizt, mollige Wärme verbreitete sich angesichts des nass-kalten Wetters vor der Saaltür. Bürgermeister Dirk Müller, zur Ansprache neben dem Kamin stehend, wusste diesen Moment zu schätzen, ließ aber mit seinen Worten den Symbolgehalt des Augenblicks spürbar werden. Auf diese Runde von 78 Feuerwehrleuten in seiner Kommune mit Operativer Gruppe, Altersabteilung und Jugendfeuerwehr ist Verlass: erwärmend sind deren Bereitschaft, Disziplin und kameradschaftliches Miteinander für das Gemeinwohl.

Die stimmungsvolle Jubiläumsfeier der rund 160 Anwesenden von acht bis 90 Jahre stand ganz im Zeichen des stetig weitergetragenen Gemeinschaftsgedankens der Generationen, gewappnet zu sein und dem Nächsten zur Wehr zu eilen.
Dieser Einsatzwille zeichnet die Rettungshelfer in Großhartmannsdorf seit 150 Jahren aus. Das Jubiläum ließ den schicksalsreichen Werdegang der zum 1. Februar 1876 begründeten Formation deutlich werden.
„Unsere Freiwillige Feuerwehr ist der Anker der örtlichen Gemeinschaft, die Frauen und Männer stärken das Rückgrat des gesellschaftlichen Miteinanders. Sie sind da, wenn wir sie brauchen, in jeder Lebenslage“, würdigte der Bürgermeister die Akteure.
Auch der frühere Kreisbrandmeister Gerald Nepp brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Die Feuerwehr ist ein Schatz. Ob am Tag oder in der Nacht, bei Brand oder technischer Hilfeleistung, Verkehrsunfall oder Umweltereignis, sie leisten in erster Reihe Hilfe. Und das unentgeltlich. In schwierigen Zeiten pflegen sie eine Tugend: sie engagieren sich ehrenamtlich für die gesamte Bürgerschaft. Dies verkörpert einen Wert, den zu oft viele unserer Mitbürger gar nicht genug ermessen können und respektieren.“

Mit Stolz bilanzierte Wehrleiter André Schulze den Werdegang der Truppe und stellte deren Tatkraft und Pflichtbewusstsein heraus. „Dieses ist in so mancher Familie fest verwurzelt. Ruft die Sirene zum Einsatz, bleiben manch Häuser leer“, konstatierte er anerkennt. Etwa bei den Erlers oder Wittigs. Oder Reichelts.
Deren Familienvorstand Lars Reichelt meldete sich auch zur Grußbotschaft. „Oft Ansprachen verfolgend, ergreife ich heute bewusst erstmals das Wort. Der Anlass erfordert es. Ich will meinen Respekt und Genugtuung für die Feuerwehr zum Ausdruck bringen. Es ist für Außenstehende ermutigend zu sehen, wie die Truppe in fordernden Zeiten zusammenhält. Als Vater bekommt man schon einen Eindruck, wenn immerhin drei Kinder und zwei ihrer Eheleute dieser Gemeinschaft angehören“, sorgte der Großhartmannsdorf für einen der emotionalen Momente.
Die tatkräftigen Vorbilder sind in den eigenen Reihen zu finden. Ein Leben als Helfer – diese Devise gilt gerade für zwei Kameraden der Großvätergeneration. Für ihre 70-jährige Mitgliedschaft wurden Siegfried Richter und Werner Reichel ausgezeichnet. 1956 schlossen sich die vom Landesfeuerwehrverband ausgezeichneten Männer der Truppe an. Beide Hauptlöschmeister, arbeitete ersterer, heute 88 Jahre als. als Berufskraftfahrer, während sein 83-jähriger Kamerad in der Landwirtschaft lernte und als Traktorist beruflich aktiv war.

Mit Margitta und Hartmut Eschner wurden zudem zwei Großhartmannsdorfer geehrt, die Feuerwehrgeschichte in jüngerer Zeit mitgeschrieben haben. Bis 2012 zwei Jahrzehnte als Wehrleiter tätig, durfte sich der Geehrte mit seiner Frau über den schon jetzt zugesprochenen Bürgerpreis der Kommune 2026 freuen.
Mit der Namensgebung Arno Päßler erweisen die Großhartmannsdorfer mit ihrer Freiwilligen Formation zudem einem der verdientesten Brandschutzhelfer ihres Ortes die Referenz. Der frühere Wehrleiter, Ehrenkommandant und Gemeinderat hat sich in 27-jähriger Führungstätigkeit bis 1934 in herausragender Weise verdient gemacht. (hy)





