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Als den Stahlrössern die Gleise nach Aue und Adorf gehörten

Noch einmal werden am Wochenende Dampf- und Diesellokomotiven mit historischen Sonderzügen auf der Bahntrasse Chemnitz–Aue–Adorf rollen. Der frühere Lebensnerv der Region feiert am Wochenende das 150-jährige Bestehen.

Chemnitz. Längst haben dampfende Stahlrösser mit Güter- oder Personenwagen im Schlepp auf dem einst wichtigen Streckenabschnitt ausgedient. Zum jetzt gefeierten Jubiläum gehört den modernen Triebwagen der City-Bahn Chemnitz im Alltag die Trasse. Siegfried Bergelt gehört zur Generation derer, die den von Kohle und Ruß geprägten Fahrverkehr noch bestens kennen.

Siegfried Bergel, links und Thomas Böttger sind Eisenbahnenthusiasten und zeigen das Plakat vom 100-jährigen Jubiläum 1975. Foto: Christof Heyden

Der Chemnitzer, leidenschaftlicher Eisenbahnfan und Autor von Fachbüchern, war 1975 mit Kamera und Stiften dabei, als das 100-jährige Bestehen der Verbindung gefeiert wurde. Im Zuge des Festes war vor allem die künstlerische Ader des studierten Ingenieurs gefragt. 
„Seit Beginn des Jahres 1975 hatte sich eine Arbeitsgruppe unter der Schirmherrschaft des Rates der Stadt Zwönitz formiert. Neben Akteuren verschiedener Reichsbahndienststellen, dem Verkehrsmuseum Dresden und Vertretern der Anrainerkommunen waren der Modelleisenbahnverband der DDR und der Zirkel schreibender Arbeiter aus Thalheim beteiligt. Bei beiden letzteren lag die Aufgabe, eine Broschüre über die Gegenwart und Zukunft dieser Strecke zu fertigen. Dadurch war ich auch dabei, als am 20. September 1975 die Jubiläumsfahrt über die Gleise ging“, so der 78-jährige Bahnhistoriker.

Die Lokomotiven 58 1800 und 89 6009 im Thalheim Bf 1975-09-20. Foto: Siegfried Bergelt

„Seit 1972 hatte ich als junger Ingenieur in der Konstruktionsabteilung des Messgerätewerkes begonnen. Aus diesem waren Kollegen in diese Arbeitsgruppe delegiert. Auch mich, da man um mein Hobby, Eisenbahnszenerien zu zeichnen, wusste. Täglich am Reißbrett arbeitend, wurde es für mich eine schöne Aufgabe, derart grafische Leistungen für das Festkomitee und die geplanten Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit beizusteuern.“

Siegfried Bergel betrachtet seine Fotos vom 100-jährigen Jubiläum 1975. Im Bild die Lokomotiven, die damals ausgestellt worden sind. Foto: Christof Heyden

Damals noch neben dem Bahnhof in Crottendorf wohnend und aus einer Eisenbahnfamilie kommend, war der Erzgebirger Bergelt ein Fan der stählernen Rösser. „Ich habe Streckenpläne gezeichnet und für den Druck vorbereitet, auch die auf der Strecke verkehrenden Lokomotiven samt der Waggons der Zeit dargestellt, ebenso Einladungen und Werbeerzeugnisse mitgestaltetet. Postkarten mit Ansichten vom Fahrmaterial und Bahnhöfen waren ebenso gefragt.“

Schnappschuss von Siegfried Bergelt, das Publikum hatte sich 1975 wie vor 100 Jahren angezogen. Foto: Siegfried Bergelt

Der Aktionstag weckt dessen Interesse, jene ungezählten Schnappschüsse und Zeitdokumente noch einmal hervorzuholen. Bereits 2004 hatte Siegfried Bergelt sein Sachbuch Auf den Spuren der Westsachsenmagistrale herausgegeben. (hy)

Siegfried Bergelt hatte für das damalige Festkomitee die grafischen Leistungen erbracht, so Motive für Postkarten, Billets und Werbematerialien. Foto: Christof Heyden
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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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