Wo Landratten einmal Kapitän sind

0
192
Zur zurückliegenden 9. Auflage der Bootsregatta zum Brücken- und Schützenfest in Hohenfichte 2018 sicherte sich Martin Pöschmann die Konstruktionswertung und das Staunen des Publikums. Foto: Christof Heyden

Alle Jahre wieder frönt auf dem Flussabschnitt der Flöha eine Gilde unbeirrter Freizeitkapitäne ihrer Leidenschaft: sie starten zur Wettfahrt der Eigenbaukreationen. In Hohenfichte sind jetzt Seeleute zur Beutefahrt am 30. Juli 2022 gesucht.

Hohenfichte. Mit der Neuauflage des legendären Schützenfestes in Hohenfichte ereilt jetzt die mittelsächsischen Wasserfahrer der Ruf, zur 10. Wettfahrt herbeizusegeln und das Abenteuer unter ihre Planken zu nehmen.    

„Im Rahmen des 21. Schützenfestes am kommenden letzten Juliwochenende 2022 soll unsere spezielle Regatta gestartet werden. Coronabedingt musste bekanntlich dieses aller zwei Jahre ausgetragene Volksfest 2020 abgesagt werden, doch jetzt wollen wir wieder losschippern“, so Helmut Heinze, der als am Fuß des Schellenbergs agierender Großreeder die Organisationsfäden zieht. „Die zu unterquerende berühmte Holzbrücke wird wiederum das Ziel der Flotte sein, die rund 400 Meter weiter flussabwärts gestartet wird.“

Die 9. Auflage der Bootsregatta zum Brücken- und Schützenfest in Hohenfichte 2018 sah die Crew der Bierflasche soverän als Sieger unter der Holzbrücke. Damals vorn im Boot: Fabian Zenker, Mitte Dirk Fischer und Heck Marcel Steinhauser. Foto: Christof Heyden

Zugelassen sind all jene Konstruktionen, die möglichst ausdauernd schwimmfähig sind und nur per Muskelkraft betrieben werden. Neben der auf Tempo setzenden sportlichen Wertung werden weitere Jurypunkte für die kreative Ingenieurleistung vergeben.
Wagemutige interessierte Schiffsfahrer sind aufgefordert, umgehend bei den Veranstaltern anzuheuern. Allesamt Besatzungen sollten eine Herausforderung im Blick ihres Fernrohres haben: die seit Jahren bestehende Bestzeit von 3:50 Minuten zu unterbieten.

Die Idee zur Seefahrt entwickelten die Akteure um Ortschaftsrat Helmut Heinze im Rahmen des 600-jährigen Bestehens ihrer überdachten Überführung 2002. Die Holzkonstruktion nahmen, von Chronisten nachgeforscht schon der sächsische Kurfürst und napoleonische Truppen unter ihre Füße. Auf zur Seeschlacht!