Corona-Welle stoppt auch Mundart-Treffen

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Auch zum zurückliegenden 29. Mundartstammtisch in Cunersdorf sorgte Matthias Fritzsch, links, mit Jörg Heinicke für beste Unterhaltung. Foto: Christof Heyden

Der für 20. März geplante Jubiläumstammtisch in Bermsgrün wird aus gegebenen Anlass abgesagt. Das Treffen von Autoren und Musikanten des erzgebirgischen Zungenschlags wird neu anberaumt.

Bermsgrün. Bermsgrün sollte am 20. März das Ziel sprachlauniger Einheimischer sein: Zum 30. Mal wollten sich Autoren, Moderatoren und Musiker zusammen mit Freunden des hiesigen Zungenschlags zur Jubiläumsauflage des Mundartstammtisches im Erzgebirge treffen. Doch die Devise Rede, wie dir der Schnabel gewachsen ist wird vorerst nicht gelten.
„Angesichts der aktuellen Lage haben wir uns entschlossen, die Begegnung von Literaten und Musikern abzusagen, es ist nicht sinnvoll“, bedauert Matthias Fritzsch den Ausfalls des Stell-Dich-Eins der Dialektliebhaber. Der Zwickauer zählt seit Jahren zu den Organisatoren dieser Treffen, trägt als Musikant und Redner zum inhaltlichen Gelingen bei. Zusammen mit Dagmar Meyer, Regine Seifert, Franziska Böhm, Monika Tietze und anderen Mitgliedern der Interessengruppe macht er sich mit diesen Treffen für die Mundartpflege im Erzgebirgsverein stark.

Ungeachtet der aktuellen Situation erinnert sich der Organisator an die Anfänge. „Den regelmäßig durchgeführten Stammtischabenden ging zunächst eine Initiative voraus, jene Autoren und Musiker zusammenzubringen, die sich, durch die Möglichkeiten der Wende bedingt, um den heimischen Dialekt stark machen wollten. Das war das Projekt der erzgebirgischen Mundarttage“, so Matthias Fritzsch.

Seinerzeit war es vor allem Mundartautorin Dagmar Meyer, die diese Treffen, unterstützt von Franziska Böhm, begründete.
„1995 beim Besuch des Spiegelwaldfestes lernte ich sie kennen. Wir kamen ins Gespräch, wo ich ihr mitteilte, dass ich auch Gedichte in erzgebirgischer Mundart schreibe. Sie lud mich ein, im Arbeitskreis Mundartautoren des Erzgebirgsverein mit zu arbeiten und überredete mich, an den 1. erzgebirgischen Mundarttagen teilzunehmen“, erzählt der Autor. „Die gingen 14. bis 16. Juni 1995 über die Bühne.“

Damit nicht genug. Denn aus dieser Initiative entwickelte sich die Stammtischidee. „Im Ratskeller Werdau organisierte ich ab 2004 jährlich zwei Musikantenstammtische mit vielen bekannten Musikanten und Gruppen, etwa Andreas Riedel, Jens Schmiedel und Paul, Horst Günter, De Holzmauser und vielen anderen mehr. Ende 2009 reifte der Plan, nun auch Stammtische für Mundartfreunde durchzuführen. Im Arbeitskreis des Erzgebirgsverein wurde der Beschluss gefasst, zwei bis drei Mundartstammtische im Jahr durchzuführen.“ Und so organisierte Matthias Fritzsch mit Gleichgesinnten am 28. Mai 2010 den ersten Mundartstammtisch im Landhotel „Lichte Aue“ in Hundshübel.

Schnappschuss von den Mundarttagen 2017 auf den Greifensteinen, die gastgebenden Autoren vereint. Archivfoto: Christof Heyden

In die Chronik des 1. Mundartstammtisches sind Regine Seifert (Hormersdorf), Martina Gutzeit (Schönheide), Günter Franke (Schönfels), Dagmar Meyer (Bernsbach), Edmut Kluge (Zschorlau), Fredi Richter (Hormersdorf), Peter Laube (Werdau), Winfried Köhler (Schönfeld), Doris Wildgrube (Arnoldsgrün), Bärbel Funke (Zwönitz) und Matthias Fritzsch (Zwickau) als Mitwirkende eingegangen.
Unterdessen bilden die Mundartstammtische eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Erzgebirgsverein, maßgeblich in Zusammenarbeit von Monika Tietze, Regine Seifert und Carmen Krüger sowie Matthias Fritzsch organisiert.