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Freitag, 15. Mai 2026

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KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU erinnern Henrike Naumann

Zwickau. Es sollte ein Höhepunkt ihrer Künstlerkarriere werden, dessen Eröffnung sie nicht mehr erleben durfte: Die Biennale in Venedig, zu der die im Februar verstorbene Henrike Naumann den deutschen Beitrag beisteuert. Pünktlich mit der Eröffnung der Biennale am 9. Mai widmen die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum in ihrem Interimsquartier, dem ZwischenRaum, der in Zwickau geborenen Künstlerin eine kleine Hommage.

Diese Intervention trifft auf „Made in DDR. Zwickaus Kunst zwischen 1949 und 1989“. Hier wird der Blick auf das vielschichtige Kunstschaffen in Zwickau während der DDR-Zeit gerichtet. Ausgehend vom Werk des Künstlers Edgar Klier entfaltet die Ausstellung mehrerer Arbeiten ein Panorama zwischen künstlerischem Anspruch und gesellschaftlicher Realität. Im Zentrum steht dabei nicht nur die historische Einordnung, sondern auch die kritische Neubewertung dieser Kunst – insbesondere im Hinblick auf bislang wenig beachtete Perspektiven von Künstlerinnen.

Im Zusammenspiel der beiden Interventionen entsteht ein Dialog, in dem die Kunst der DDR auf eine zeitgenössische Position trifft, die dieses Erbe befragt und weiterführt. Der FarbRAUM wird so zu einem Ort erweitert, an dem Kontinuitäten und Brüche sichtbar werden – und an dem sich die Frage stellt, wie Kunst Geschichte nicht nur abbildet, sondern immer wieder neu befragt.

KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU erinnern Henrike Naumann. Foto: Stadt Zwickau / Kulturamt

Farewell: Henrike Naumann (1984–2026)

1984 in Zwickau geboren, blieb Henrike Naumann ihrer Heimatstadt und den Kunstsammlungen eng verbunden. Nach ihrem Studium in Dresden und Babelsberg entwickelte sie eine eigenständige künstlerische Sprache, in der sie Geschichte, Erinnerung und Gegenwart miteinander verschränkte. Bereits ihre Diplomarbeit Triangular Stories (2012) setzte sich mit dem NSU-Komplex auseinander und markierte zugleich den Beginn ihrer Beziehung zu den Kunstsammlungen. Es folgten Arbeiten wie Jugendzimmer (2015), in denen sie Materialien aus der Zwickauer Frühlingsstraße 26 – einem zentralen Ort der NSU-Verbrechen – integrierte. 2019 wurde sie mit dem Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau ausgezeichnet.

In ihren späteren Installationen kombinierte Naumann Möbelensembles mit Bezügen zur DDR und setzte sie in Dialog mit den Werken ihres Großvaters, des Malers Karl-Heinz Jakob. Naumanns Werk ist zugleich Gesellschaftsanalyse und familiäre Spurensuche. Wie kaum eine andere Künstlerin verband sie eine präzise Gegenwartsdiagnose mit einem tiefen Verständnis für die Nachwirkungen der DDR.

Die Intervention versteht sich als Hommage an eine Künstlerin, die Brücken schlug – zwischen Generationen, zwischen politischen Systemen und zwischen individueller Biografie und gesellschaftlicher Geschichte. Zu sehen ist insbesondere ein Film von Henrike Naumann, in dem sie über Ihre Arbeit spricht. Davor liegt ein Gedankenbuch: Besucher sind herzlich eingeladen, ihre Gedanken und Assoziationen zu der Künstlerin und ihrem Werk festzuhalten.

Eine Arbeit von Edgar Klier: Schichtwechsel. Foto: Stadt Zwickau / Kulöturamt

Ausgangspunkt dieser kleinen Intervention ist der 100. Geburtstag des Keramikmalers und Künstlers Edgar Klier (1926–2015). Seine Werke bilden den zentralen Anker einer Präsentation, die die Entwicklung der bildenden Kunst in Zwickau zwischen 1949 und 1989 pointiert in den Blick nimmt. Neben Klier sind einige Arbeiten von Zwickauer Künstlern zu sehen, die den Alltag zwischen Arbeit, Gesellschaft und künstlerischem Ausdruck verdichten. Das Kunstschaffen dieser Zeit ist untrennbar mit der 1947 gegründeten Zwickauer Mal- und Zeichenschule verbunden, die zahlreiche Künstlerpersönlichkeiten hervorbrachte und Wirkung über die Wende hinaus entfaltete.

Interventionen im FarbRAUM ab 9. Mai 2026:
KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Domhof 2 in 08056 Zwickau
www.kunstsammlungen-zwickau.de

Öffnungszeiten
Dienstag und Mittwoch: 12.30 bis 18 Uhr
Donnerstag bis Sonntag, Feiertag: 11.30 bis 17 Uhr
(Schließtage: Karfreitag, Heiligabend, Silvester)

Fotos: Stadt Zwickau/ Kulturamt

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