Premiere im 450. Jahr des Erzenglerteichs

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Premiere für eine Bootsregatta auf dem Erzengler-Teich. Wettfahrt im Tretboot hieß eine der Wettbewerbsaufgaben.Foto: Christof Heyden

Der betagte Erzenglerteich Brand-Erbisdorf war am Wochenende Schauplatz einer launigen Premiere.

Brand-Erbisdorf. Erstmals in der 450-jährigen Geschichte des Kunstwerks bergmännischer Wasserwirtschaft wurde zu einer Bootsregatta eingeladen. Das Kinder-, Jugend- und Freizeitzentrum (Jufz) war gemeinsam mit dem Jugendparlament Organisator der schweißtreibenden Veranstaltung auf dem erfrischenden 20 Grad kühlen Nass. In drei Teildisziplinen wetteiferten sieben gemeldete Teams um Bestzeiten. Dabei galt die Devise: Nicht olympisch, aber vor allem die Teilnahe am originellen Vergleich zählt und macht Laune.

Mit verbundenen Augen ein Boot steuern und eine Boje zu erreichen. Aline und Michi zeigen ihr Können. Foto: Christof Heyden

Als erste Herausforderung wartete das Wettstrampeln in einem Tretboot. Eine 50 Meter vom Ufer entfernte Boje galt es von den jeweils vier Mannschaftsmitglieder zählenden Crews im wackligen Kunststoffvehikel zu umrunden, um dann schnellstmöglich wieder den Steg zu erreichen. Mittendrin das Team „Pedalista“, eine um das Stadtleben bemühte Fraueninitiative, die diesmal auf dem Wasser eine engagierte Leistung ablieferten. Der testosterongetriebenen Flottille Manicx indes war kein Wasser gewachsen, die Jungs zogen knallhart zur Bestzeit durch. Launige Moderatorqualitäten bewies Oberbürgermeister Martin Antonow. Der griff zwischenzeitlich zum Mikrofon und wusste nicht nur aus der Geschichte des Erzenglers zu plaudern.

Als gestandener Zeitgenosse ließ ebenso Christian Heinrich im Jufz-Boot seine Beine strampeln, mit dem Ergebnis, nach dem Wettlauf wie all die anderen weiche Knie zu bekommen. „Eine echte Aufgabe für die Oberschenkel“, zeigte er sich außer Atem.

Das Team von Belcanto 2.0 erwärmt sich mit Luftballons. Foto: Christof Heyden.

Zwei zu früheren Betonbootregattas auf dem Soldatenteich eingesetzte und nun wieder von Heike Lorenz und Jufz-Team entstaubte Wasserfahrzeuge standen im Blickpunkt der beiden nachfolgenden Disziplinen. Da waren erneut die konzentrierten Kräfte aller vier Besatzungsmitglieder gefordert, wie es beim Einsatz des Hydra genannten Zweierkanus vor allem die Ohren zu spitzen galt: Denn den beiden Paddel-Bedienern wurden die Augen verbunden. Mit verbalen Kommandos schickte ein drittes Teammitglied seine Kollegen dann mit der Aufgabe hinaus, eine Boje zu umrunden und den Heimatkurs wieder zu finden. Ein kniffliges Unterfangen: Schließlich sind Erzgebirger keine Seefahrer und wer kennt schon Steuer- oder Backbord? Indes, alle Boote erreichten wieder den Hafen. Mit einer zünftigen Seefahrerparty fand das Regattaabenteuer am Abend seinen Ausklang.