Hansel hämmert, en minature

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Drei eiserne Schlagköpfe heben sich jetzt in Borstendorf, als Technisches Denkmal en miniature. Foto: Christof Heyden

Klapp, klipp, klapp – das Hammerwerk rattert dank surrendem Wasserrad wie geschmiert. Das Frohnauer Denkmal hat jetzt in Borstendorf einen Standort.

Borstendorf. Unermüdlich senken und heben sich die drei Köpfe des Schlagwerks, um wieder hernieder zu sausen. Neuerdings zieht das mechanische Kleinod die Blicke von Passanten in Borstendorf auf sich. An der Gartenstraße ist eine der berühmtesten Werkstätten der Bergbaugeschichte des Erzgebirges als Modell zu bestaunen: den legendären Frohnauer Hammer.
„Und natürlich gehört der Hammerhansel dazu“, sagt Wolfgang Lange. Der Flöhaer Fernsehmacher ist Ideengeber und einer von drei bauausführenden Zeitgenossen, die im Garten des Elternhauses des Journalisten das kleine Kunstwerk errichtet haben. „Zu den Mitstreitern zählen Bernd Poller und Wolfgang Wagner, letzterer hat den Hammerhansel wahrlich wie aus dem Gesicht geschnitten aus Lindenholz geschnitzt“, zeigt sich Wolfgang Lange von dem gelungenen Projekt angetan.

Die drei Bastler ian ihrem Modell im Kleingarten. Wolfgang Wagner, Bernd Poller und Wolfgang Lange. v.l. Foto: Christof Heyden

Rund 500 Stunden Arbeit haben die drei Erzgebirger in ihr Modell investiert. „Wir sammeln das anfallende Regenwasser, eine Kreiselpumpe befördert das Nass in einen Schlauch, der wiederum den Zulauf zum Wasserrad speist“, so Bernd Poller. Raffiniert wird Johannes Schönherr, alias Hammerhansel, in Szene gesetzt. „Per Druck auf einem am Gartenzaun installierten Knopf dreht sich das Original mit einer Schmiedezange ausgerüstet, vom illuminierten Kaminfeuer hin zu einem Amboss. Eine Leuchtdiode symbolisiert das Eisen“, so Wolfgang Lange.

Der hatte den Ehrenbürger von Annaberg einst selbst wiederholt vor seiner Fernsehkamera. „Der Typ hat mich immer begeistert. Und aus dem Berufsleben ausgeschieden habe ich beschlossen, ihm auf meine Weise in Erinnerung zu halten“, so der Flöhaer. Der unverwüstliche Johannes Schönherr habe Generationen von Besuchern durch die Sehenswürdigkeit in Frohnau, auch als Bestandteil des UNESCO-Welterbeantrags für die Montanregion Erzgebirge nominiert, geführt. „1921 geboren, war er seit 1956 als Museumsassistent tätig. Die Markenzeichen des 2007 verstorbenen Originals: Filzhut und Abzeichen an der Arbeitsschürze“, erinnert sich Wolfgang Lange. „Und 1997 wussten die Statistiker zu verraten, dass Hammerhansel den einmillionsten Besucher durch das technische Denkmal geführt hatte.“