Nach 75 Jahren druckfrisch

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Heinz Lohse engagiert sich für die Erzgebrigsregionen beiderseits des Grenzbaches. Der Ortschronist hat zahlreiche Projekte mit auf den Weg gebracht. Foto: Christof Heyden

Ein tschechisch-deutsches Medienprojekt lässt Journalisten aber auch Chronisten und Vereinsfreunde beiderseits der Grenze zusammenrücken: Die Erzgebirgs-Zeitung.

Rechenberg-Bienenmühle. Am 18. Mai 1880 erschien in Böhmen die erste Ausgabe der „Erzgebirgs-Zeitung“ als „Organ der Touristen-Vereine des böhmischen Erz- und Mittelgebirges“. Diese Zeitschrift entwickelte sich zu einer beliebten Lektüre auch auf sächsischer Seite und erschien bis in das Jahr 1943.  „Seit geraumer Zeit arbeiten Heimatforscher und Journalisten, aber auch Vertreter von Vereinen an dem Projekt, diese Zeitung wieder zu beleben“, sagt Heinz Lohse. Der Rechenberg-Bienenmühler Chronist hat eine Vielzahl von Projekten vorangetrieben. Nun gehört er zum Team der Redakteure und Herausgeber.

Und die wissen so manche reizvolle Geschichte aktuell ins Blatt zu heben: Wer kennt noch Glas aus Klostergrab, welches einst in aller Welt geschätzt wurde? Casanova kennt jeder, doch wer weiß, dass er sich im Schloss Oberleutensdorf erholte? Oder: Wer hat die herrliche Aussicht von der neuen Plattform des Strobnitzberges genossen, die Jahrzehnte verwaiste?

Die deutsche Erstausgabe der Erzgebirgszeitung. Repro. Christof Heyden

„Wir wollen wie die früheren Begründer dieses Blattes die gemeinsame grenzüberschreitende Arbeit darstellen. In der Geschichte des Erzgebirges stößt man immer wieder auf die historischen Ausgaben der Erzgebirgs-Zeitung. Sie bietet eine unersättliche Fundgrube über historische Ereignisse, Fakten sowie Kultur- und Naturschätze unserer Heimat. Seit 1943 gab es auf böhmischer Seite kein entsprechendes Heimatblatt“, so der Projektbetreuer.

Getragen wird das Vorhaben durch die langjährige Zusammenarbeit der Vereine – Georgendorfer Verein (Herausgeber der tschechischen „Erzgebirgs-Zeitung“) und des Heimatgeschichtsvereins Rechenberg-Bienenmühle e.V., die bereits mehrere gemeinsame grenzüberschreitende Projekte in der Erzgebirgsregion entwickelt und umgesetzt haben. Zum Jahresende 2017 konnte die erste deutsche Ausgabe der „Erzgebirgs-Zeitung“ nach 1943 herausgegeben werden, nachdem auf böhmischer Seite bereits vier Ausgaben erschienen sind.

Den Impuls, diese Erzgebirgs-Zeitung wieder zu veröffentlichen, verliehen die Vorbereitungen der Feierlichkeiten 130 Jahre Eisenbahn Brüx – Moldau – Freiberg. „Mit einer Sonderausgabe am 15. Mai 2015, zum 135. Jahrestag der Erstausgabe, konnte die „Erzgebirgs-Zeitung“ unter dem tschechischen Namen „Krušnohorské noviny“ der Öffentlichkeit präsentiert werden“, so Heinz Lohse, der maßgeblich an dem grenzüberschreitenden Filmprojekt mitgearbeitet hat.