Lieber reizen als singen

0
685
Die Schauspieltruppe Stützengrün. Elisabeth Schneide., Helga Müller, Johannes Müller, Theo Förster, Karin Böhm und Roberto Müller. v.links Foto: Christof Heyden

Alljährlich in der Vorweihnachtszeit haben die Stützengrüner einen Pflichttermin: Den traditionellen Hutzenabend. Zum nunmehr 28. Mal.

Stützengrün. Und so hieß es am ersten Adventssonntag in der Turnhalle der Grundschule zusammenzurücken. Immerhin rund 500 Gäste wollten zur Neuauflage des urigen Treffens dabei sein. Da, wo sonst Tempo und Kraft gefragt sind, rückten harmonischer Wohlklang und urige Poesie in den Blickpunkt. Zu den Gastgebern und Organisatoren zählen die Mitglieder des Vereins Hutzenleit, einer 1995 gegründeten Interessengemeinschaft. Die 45 Mitglieder zählende Gruppe pflegt heimisches Brauchtum und hegt das Liedgut, macht sich vor allem aber um den hiesigen Zungenschlag verdient. Neben dem Chor und Doppelquartett, der Kurende sowie den Kindern der Schule und des Kindergartens sorgten die Akteure der kleinen Theatertruppe für zünftige Unterhaltung.
„Der Männerchor“ hieß diesmal der 30-minütige Sketch in Mundart, den Vereinsmitglied Roberto Müller geschrieben hatte. „In den Vorjahren haben wir zumeist klassische Stücke inszeniert“, so der gelernte Zimmermann, den nicht nur  schlagkräftige Hände sondern auch sein Faible für die Erzgebirger und ihre Sprache auszeichnet. Vier Wochen schrieb er an dem Einakter, im September begannen die Proben für die diesmal sechs Schauspieler erfordernde Handlung.

Karin Böhm , Helga Müller und Roberto Müller im neuen Stück der Männerchor. Foto: Christof Heyden

Und die beweist: Männer, überlegt euch, was ihr den Ehefrauen erzählt. Die beste Absicht kann, im falschen Zusammenhang organisiert, nachhaltige Folgen für das Familienleben auslösen. Denn: Es offenbart sich die Schwäche der angetrauten Männer für das Skatspiel, die nie und nimmer den harmonische Satzgesang im Männerchor üben. Kurzweilige Unterhaltung, die von kleinen eingearbeiteten Episoden aus dem Alltagsgeschehen der Stützengrüner belebt wurde.

Seit Jahren pflegen in Stützengrün Altenpflegerin, Büroangestellte, Verkäuferin, Handwerker, Busfahrer i.R. und Ruheständler ihre Leidenschaft für das Amateurtheater. „Doch nicht nur Schauspiel und Gesang bringen uns regelmäßig zusammen“, erklärt Roberto Müller. „Monatliche Treffen der Hutznleit stehen immer unter verschiedenen Themen: Da ging es in zurückliegender Zeit zum Museumsbesuch ins Kosmonautenzentrum nach Morgenröthe-Rautenkranz oder ins Zeiss-Planetarium nach Jena. Wichtig ist der soziale Kontakt, das gesellige Miteinander, wir versuchen, die unsere Mitglieder zwischen zehn und 90 zusammenzubringen“, sagt der 38-Jährige Vereinsvorstand.