Zeitgeisterjagd ohne Handy

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Die drei legendären Zeitgeister: Arx von Scharfenstein, Castello von Augustusburg und Silva von Schloss Lichtenwalde. Foto: Christof Heyden

Aufmerksame Zeitgenossen staunten: Hoch auf dem Schellenberg ereignete sich Gespensterhaftes im betagten Gemäuer der Augustusburg.

Augustusburg. Drei Dutzend Speziallampions samt zwei Handvoll Minitaschenlampen waren im Spezialeinsatz: Die jungen Leute des museumseigenen Clubs der Kinder zwischen sechs und 12 Jahren wagten die nichtalltägliche Exkursion durch das weiträumige Gebäudeensemble. Angeführt von Museumspädagogin Claudia Glashauser machten sich die jungen Leute daran, den betagten Zeitgeistern des aus drei Burganlagen bestehenden Triumvirats historischer Figuren auf die Schliche zu kommen. Die sollten doch genau an diesem Wochenende hier ihr Stell-Dich-Ein haben. Gute Gelegenheit also, dem Hausherrn Castello vom Schloss Augustusburg, der Silva vom Schloss und Park Lichtenwalde sowie dem Arx von Burg Scharfenstein einen Besuch abzustatten.

Mit Lampions bewaffnet ging es auf Zeitgeistersuche. Foto. Christof Heyden

Die drei Zeitgeister dienen als Maskottchen für den neu gegründeten Kids Club. Und die waren im Vorjahr in einer ersten Exkursion aus ihrem Jahrhunderte andauerndem Schlaf geweckt wurden. Nun sollte es ein Wiedersehen geben. Indes, wie es Geistern geliebt, halten die sich nicht an Verabredungen. Also mussten sich die eifrigen Knirpse auf die Suche machen. Und dies erst, nachdem Hilfsmittel gebastelt waren: die Lampions der Marke Jagdschloss. Das Abenteuer, in die pechschwarzen Burgräume einzudringen und zu stöbern, versetzte die Knirpse in Aufregung.

Mit selbst gebastelten Lampions machten sich fast 40 Kinder auf Spurensuche. Foto: Christof Heyden

Im Stockdunklen, allein mit ihrem Lampion ausgerüstet, tasteten sich die Knirpse voran. Hier knackste das Gebälk, da wackelte der Schiefer, dort sorgte die Außenbestrahlung der Burg für skurrile Schattenbilder im Inneren. Schließlich bekam die Meute der Neugierigen die Geister Silva und Arx zu fassen: Indes, wo war eigentlich das eher verschlafene, liebevolle Schlossgespenst höchstselbst? Arx wusste einen Tipp zu geben: „Castello wollte sich an einer Wasserquelle niederlassen.“ Jetzt war bei den Akteuren Spürsinn und Faktenwissen gefragt, um der Abendexkursion zum Erfolg zu verhelfen: Wo sprudelte einst das erquickende Nass im Schloss herauf?